Passagierraum eines Flugtaxis der Zukunft, © Fraunhofer IAO

Das Fraunhofer-Netzwerk versteht es, aus den kreativen Bereichen einen Mehrwert für die eigene Forschungsarbeit zu generieren. Nun gibt es im Ideenwettbewerb Designer in Lab 2021 des Fraunhofer-Netzwerks „Wissenschaft, Kunst und Design“ erstmals vier Gewinnerprojekte. Mit einer Fördersumme von jeweils 10.000 Euro können Designerinnen und Designer ihre Ideen in Kooperation mit Forschenden der Institute des Fraunhofer-Netzwerks umsetzen. Zu den geförderten Ideen zählen eine Flugtaxi-Kabine, die auf persönliche Bedürfnisse der Passagiere reagiert, Nutzungsvorschläge für den öffentlichen Wasserraum, ein individuell verformbarer Stuhl sowie innovative biobasierte Fußbekleidung.

Flugdrohnen für urbane Anwendungen werden derzeit weltweit ebenso von Start-Ups wie von etablierten Firmen entwickelt. Parallel schaffen die Gesetzgebenden einen regulatorischen Rahmen für ihren Einsatz, und es entstehen neue Geschäftsmodelle. Wie solche Fluggeräte im Detail auch aussehen mögen, eine Frage bleibt weitestgehend offen: Wie wird mit den extremen, sowohl positiven, als auch negativen Emotionen umgegangen, die in Menschen entstehen, wenn sie sich in die Luft begeben und dabei die Kontrolle komplett an eine Maschine abgeben? Was die einen als Kick und perfekte Abwechslung zum Alltag erleben, ist für andere eine pure Horrorvorstellung. Hier will das Siegerprojekt „Air time“ anknüpfen und untersuchen, „wie proaktiv eine personalisierte und vertrauensbildende Beziehung zwischen Mensch und Maschine geschaffen und stimuliert werden kann“. Dabei soll sich die Flugtaxi-Kabine auf persönliche Bedürfnisse der Passagiere, sowie auf verschiedene Anwendungsfälle und Szenarien flexibel und automatisiert anpassen können.

Den zweiten Platz belegt das Projekt „Grünes Wasser“, bei dem in den ehemaligen Lebensadern der Freien und Hansestadt Hamburg „schwimmende Utopien für eine natürliche, nachhaltige und lebenswerte Stadt der Zukunft“ auftauchen. Von September 2021 an sollen fünf schwimmende und bepflanzte „Fleetinseln“ den öffentlichen Wasserraum in ungewohnter Weise nutzen. Bei „inBETWEEN“ auf Platz drei dient ein Stuhlentwurf dazu, Innovation durch interdisziplinären Austausch zu befördern. Ziel ist es, ein Möbel zu entwickeln, bei dem Konstruktion und Polsterung in einem Prozessschritt realisiert werden. Auf den vierten Platz kam das Projekt „biobased footwear“, bei dem die Verwendung von biobasierten Materialien bei Schuhen gestalterisch, ästhetisch und technologisch erforscht und für die industrielle Anwendung nutzbar gemacht werden soll.

Eine weitere Aktivität des Fraunhofer-Netzwerks ist ein Lignin-Stammtisch, bei dem sich einmal im Monat Interessente aus Kunst, Design, Forschung und Industrie zum Erfahrungsaustausch treffen, um neue Projektideen für klimafreundliche Chemieprodukte auf Basis von Pflanzenresten entwickeln. (Die Anmeldung zum Stammtisch ist über folgende Adresse möglich: blackliquor@kh-berlin.de)

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