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Aino und Alvar Aalto, Foto: Herbert Matter, Courtesy of the Department of Special Collections, Stanford University Libraries
Entwurf eines „geräuschlosen Waschbeckens“ für das Paimio-Sanatorium, 1929 – 33, © The Alvar Aalto Foundation
Savoy Vasen, 1936, Foto: Maija Holma, The Alvar Aalto Foundation

„Wahre Architektur gibt es nur dort, wo der Mensch im Mittelpunkt steht“, bekannte der finnische Architekt und Designer Alvar Aalto (1898 bis 1976) im Jahr 1958. Für Alvar Aalto und seine beiden Partnerinnen im Leben wie in der Architektur – Aino Marsio und Elsa Mäkiniemi (die nach ihrer Heirat ihren Namen in Elissa änderte) – war das alles andere als eine beiläufige Bemerkung. Es war, wie es im Kurzführer der Ausstellung AALTO – Aino Alvar Elissa. La dimensione umana del progetto heißt, „ein Manifest für ein Lebenswerk und der Beginn einer Suche nach einem völlig neuen Verständnis von Architektur, das Europa und die Welt unauslöschlich prägen sollte“. Die Schau im MAXXI in Rom zeigt noch bis zum 26. Mai elf Projekte aus fünf Jahrzehnten, die das 1923 gegründete Aalto-Studio während seines Bestehens realisiert hat. Präsentiert werden die verschiedenen Projekte in einer experimentellen Konstellation, die den Besucher*innen verschiedene Möglichkeiten bieten soll, die Arbeitsweise des Architekturbüros nachzuvollziehen. Für Aalto waren Architektur, Kunst und Design untrennbare Bestandteile seines Schaffensprozesses.

Alvars erste Frau Aino, ebenfalls Architektin, war in den Anfangsjahren des Büros von grundlegender Bedeutung für dessen Entwurfsphilosophie und beteiligte sich an der Verwirklichung bedeutender Projekte wie dem Tuberkulose-Sanatorium im südwestfinnischen Paimio. Nach ihrem frühen Tod im Jahr 1949 heiratete Alvar 1952 Elissa, womit eine neue und fruchtbare Periode der kreativen Zusammenarbeit im Aalto-Büro begann. Auch weiterhin stand die menschliche Erfahrung von Räumen und Dingen im Mittelpunkt der architektonischen und gestalterischen Überlegungen und Projekte des Studios. Diese Praxis zog sich wie ein roter Faden durch die in ihrem Umfang sehr unterschiedlichen Projekte. Ergänzt wird der Blick auf die Architektur in der Ausstellung durch Arbeiten aus den Bereichen Glas, Textilien, Beleuchtung, Kindermöbel und Aktivitäten des Designunternehmens Artek. Begleitet wird die Projektauswahl von einem zeitgenössischen fotografischen Überblick von Ramak Fazel.

AALTO – Aino Alvar Elissa. La dimensione umana del progetto
14. Dezember 2023 – 26. Mai 2024
MAXXI in Rom


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