Versuchsträger mit digitalem Testfeld, © Uni Kiel/Muthesius Kunsthochschule

Seit 2018 verfolgt die Initiative CAPTN (Clean Autonomous Public Transport Network) das Ziel, eine umweltfreundliche, autonome Mobilitätskette für den öffentlichen Nahverkehr in Kiel zu entwickeln. Herzstück dieses Vorhabens sind autonome emissionsarme Personenfähren, die das Ost- und Westufer der Förde miteinander verbinden. In den kommenden zwei Jahren soll auf der Kieler Innenförde zunächst ein Testfeld für eine autonom agierende Forschungsplattform entstehen, die in zwölf Monaten vom Stapel laufen soll. Die Entwicklung des autonomen Fährverkehrs in Kiel wird vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur mit rund 6,1 Millionen Euro gefördert. Die Verantwortung für die Umsetzung und Koordination des Projektes trägt die Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-GmbH). Kooperationspartner sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die Fachhochschule (FH) Kiel sowie die Unternehmen ADDIX GmbH, Raytheon Anschütz GmbH und die Wissenschaftszentrum Kiel GmbH. „Wir freuen uns auf die tolle Chance, unsere langjährige Erfahrung beim Bau und Betrieb von Forschungs- und Entwicklungsinfrastrukturen in das Vorhaben einzubringen“, erklärt FuE-Geschäftsführer Björn Lehmann-Matthaei. „Autonome Schifffahrt ist ein Gebiet mit großem technologischen Innovationspotential, für das neue Betriebs- und Sicherheitskonzepte erarbeitet werden müssen.“

Die Forschungsplattform wird aus Aluminium bestehen und mit einem emissionsfreien elektrischen Antrieb ausgestattet sein. Der 18 Meter lange und acht Meter breite Versuchsträger mit einem Tiefgang von einem Meter soll eine Tragfähigkeit von 8,5 t haben. Zunächst soll in einem begrenzten ufernahen Areal das Ausweichen als exemplarisches Manöver erforscht werden. Dabei wird die Plattform zunächst nicht autonom handeln, sondern einem Remote-Schiffsführer Vorschläge für die notwendigen Steuerungsmaßnahmen unterbreiten. Um später autonom agieren zu können, muss das System mittels künstlicher Intelligenz (KI) lernen, die gewonnenen Daten auszuwerten und zu interpretieren. Bei Schiffen, die in der viel befahrenen Kieler Förde verkehren, sind Steuerung und Kontrolle eine besondere Herausforderung.

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