Per LoadRunner koordiniert Lasten transportieren, © Fraunhofer IML

Transportaufgaben in Produktionsstätten werden immer häufiger von autonomen Systemen erledigt. Durch eine neue Generation flexibler fahrerloser Transportfahrzeuge werden deren Einsatzmöglichkeiten erheblich erweitert. So kann sich der vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund entwickelte LoadRunner dank Künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren und selbstständig Aufträge annehmen. Aufgrund seiner Sortierleistung ist der High-Speed-Transporter prädestiniert für den Einsatz im derzeit boomenden Online- und Versandhandel. Um die Paketmassen künftig noch schneller als bisher bewältigen zu können, kann der LoadRunner Objekte in einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Sekunde sortieren und von A nach B befördern. „Die Fahrzeuge“, betont Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, „können wie ein Sportwagen beschleunigen und dringen in eine ganz neue Leistungsklasse vor“. Für ihn ist der LoadRunner ein „zentraler Mosaikstein für die Logistik von morgen“. Das Schwarmsystem des Transportroboters wurde auf der Basis eines Drohnenschwarms entwickelt, in dem sich einzelne Exemplare am Verhalten ihrer Nachbarn orientieren, ihre Flugrichtung und Geschwindigkeit laufend anpassen. So werden Kollisionen vermieden, Gruppen gebildet – wodurch aus den Wechselwirkungen der individuellen Entscheidungen eine Schwarmintelligenz entsteht, die keine zentrale Koordination benötigt.

„Der LoadRunner ist mit einem omnidirektionalen Fahrwerk ausgestattet, Fahrt- und Drehrichtung sind komplett unabhängig voneinander. Somit kann sich das neue Transportfahrzeug auch während der Fahrt in jede beliebige Richtung drehen, ohne rangieren zu müssen“, erklärt Moritz Roidl vom Fraunhofer IML. Die Roboter orientieren sich mit Hilfe einer Bodenkamera, die 400 Bilder pro Sekunde vom zuvor eingelesenen Untergrund erstellt, wodurch sich das Fahrzeug auch bei hoher Geschwindigkeit und in engen Formationen genau lokalisieren kann. Ein einzelner LoadRunner kann Pakete bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm transportieren. Sind die Lasten schwerer, arbeiten die KI-Flitzer im Verbund, wodurch auch große und sperrige Objekte bewegt werden können. Ein weiterer Vorteil des neuartigen Transportfahrzeugs: Anders als konventionelle Sortiersysteme benötigt es weniger fest installierte Infrastruktur und lässt sich schneller in Betrieb nehmen.

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