© 1972 – 2021 Pentagram; Google Arts & Culture

Was passiert mit Gegenständen aus Plastik, wenn wir sie entsorgen? Sie zerfallen in immer kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik. Die Partikel kann man mit bloßem Auge zwar nicht sehen, sie schweben aber überall um uns herum in der Luft, die wir einatmen. Um die Ablagerung von Mikroplastik in der Luft als Ergebnis des ständig steigenden globalen Plastikverbrauchs vor Augen zu führen, haben Giorgia Lupi, Partnerin bei Pentagram, und ihr Team, ein webbasiertes, interaktives Erlebnis ersonnen. „Plastic Air“ wurde in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture entwickelt und am Earth Day 2021 veröffentlicht. Das Projekt funktioniert wie eine Linse, durch die man die unsichtbaren Plastikpartikel in der Atmosphäre „sehen“ und erforschen sowie die Auswirkungen auf die Umwelt und unsere Gesundheit bedenken kann. Plastic Air wird in der kostenlosen Google Arts & Culture-App zu sehen sein und ist Teil einer „Heartbeat of the Earth“ genannten Reihe von Online-Experimenten von Künstlern, die die Daten des Planeten interpretieren. Die Reihe wurde von Google in Zusammenarbeit mit der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) ins Leben gerufen.

In einem Bildschirmfenster können Besucherinnen und Besucher der interaktiven „Plastic Air“-Website Objekte wie Haushaltswaren und Kleidung fallen lassen, um den Himmel zu „verschmutzen“, und dann sehen, wie sich die Gegenstände in Luft auflösen. Parameter wie Standort (Städte oder ländliche Gebiete) und Wetterbedingungen (Wind, Regen und Schnee) können über ein Dashboard verändert werden, das auch einen grafischen Schlüssel für die verschiedenen Partikel und eine Konsole zur Einstellung ihrer Größe und Ausbreitungsgeschwindigkeit enthält. Ein Klick auf ein Teilchen verrät, wie es chemisch zusammengesetzt ist und aus welchem Gegenstand es womöglich stammt. Aufforderungen wie „Bestelle etwas zum Mitnehmen“ führen dazu, dass die entsprechenden Alltagsgegenstände in die Luft geworfen werden und in konfettiähnliche Partikel zerplatzen. Mag sich das Phänomen der Sättigung der Luft mit Mikroplastik auch unserer direkten Wahrnehmung entziehen, die Website ermöglicht es, ein Gefühl für die Art und das Ausmaß der Verschmutzung und die Faktoren zu bekommen, die für die Ausbreitung der Teilchen verantwortlich sind.

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