So könnte die Energie-Insel aussehen, ©VindØ consortium

Dänemark treibt den Wandel im Energiesektor voran und startet das größte Bauvorhaben seiner Geschichte. Rund 80 km von der Halbinsel Jütland entfernt soll mitten in der Nordsee eine künstliche Insel als Umschlagplatz für Offshore-Windenergie aufgeschüttet werden, die mehrere europäische Staaten mit erneuerbarem Strom versorgt. Durch das Projekt soll die Integration der europäischen Stromnetze gestärkt und ein Beitrag zur Erreichung Klimaziele der EU geleistet werden. Nach ihrer Fertigstellung soll die Insel eine Größe von bis zu 460.000 Quadratmetern aufweisen, was etwa 64 Fußballfeldern entspricht. Auf dem Eiland soll der Windstrom gesammelt, gespeichert und über Unterwasserkabel nach Dänemark und in unterschiedliche Nachbarländer weitergeleitet werden. In einer ersten Projektphase sind 200 Windkraftanlagen geplant, die mit einer Kapazität von drei Gigawatt etwa drei Millionen Haushalte versorgen können. Darüber hinaus soll die Windenergie vor Ort zur Herstellung von klimafreundlichem Kraftstoff für Schifffahrt, Luftfahrt, Schwerindustrie oder Schwerlastfahrzeuge genutzt werden.

Ein weiterer Knotenpunkt für Windstrom soll auf der dänischen Insel Bornholm entstehen. Erreichten die beiden Drehkreuze zusammen die zunächst geplante Kapazität von fünf Gigawatt, würde das die derzeit in Dänemark installierte Offshore-Kapazität verdreifachen. Später sollen die beiden Energie-HUBs auf eine Kapazität von insgesamt zwölf Gigawatt ausgebaut werden. Im vergangenen Jahr hatte man sich in Dänemark darauf geeinigt, bis 2050 endgültig aus der Förderung von Erdöl und -gas auszusteigen. Derzeit ist das Königreich noch der größte Ölproduzent in der Europäischen Union. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen des Landes um 70% gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden.

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