Das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel zeigt Tapeten der 1970er-Jahre.
Werbeanzeige „Jeder hat das Recht auf seine Tapete“ © Deutsches Tapeten-Institut GmbH

Abba, die Frauenbewegung und Flower-Power, die 1970er-Jahre waren ein äußerst bewegtes Jahrzehnt, in dem sich unter dem Eindruck des Kalten Krieges einschneidende politische, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen ereigneten. Slogans wie „Atomkraft – nein danke!“, „Jute statt Plastik“ oder „Mein Bauch gehört mir“ gehören zu den 70ern wie die Pril-Blume – oder schrill-bunt gemusterte Tapeten. Mit der Sonderschau „Op, Pop, Top! Tapeten der 70er Jahre“ im Schloss Wilhelmshöhe lässt die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) noch bis 25. September die von Blumentapeten und anderen, zumeist farbkräftigen Mustern geprägte Wohnkultur jener Zeit wiederaufleben – mit frecher Tapetenwerbung, typischen Tapetenmustern der Zeit und Kunstwänden von Niki de Saint Phalle bis Jean Tinguely.

Die jüngste Abteilung der MHK hat eine ereignisreiche Sammlungsgeschichte. Gegründet 1923 vom Verein Deutsches Tapetenmuseum, einem Zusammenschluss führender Tapetenhersteller/innen und -händler/innen, war das Museum im Lauf der Zeit an mehreren Standorten innerhalb Kassels beheimatet – vom Residenzpalais am Friedrichsplatz, über den Weißensteinflügel im Schloss Wilhelmshöhe bis zum Hessischen Landesmuseum, wo die Sammlung bis zur sanierungsbedingten Schließung 2008 untergebracht war. Derzeit wird für die einmalige, rund 23.000 Objekte umfassende Sammlung, in der die Entwicklung der Tapetenbranche von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart dokumentiert ist, ein Neubau geplant, in dem die Kollektion in einer zeitgemäßen Dauerausstellung präsentiert werden kann.

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