Der in Australien hergestellte Wasserstoff wurde im Rahmen des Pilotprojekts Hydrogen Energy Supply Chain (HESC) von Victoria nach Japan verschifft.
The Suiso Frontier. Copyright HySTRA.

Australien will ein führender Wasserstoffexporteur werden. Nun hat das Land die weltweit erste Ladung von verflüssigtem Wasserstoff exportiert und damit den Beginn einer wichtigen neuen Energieexportindustrie eingeläutet. Der in Australien hergestellte Wasserstoff wurde im Rahmen des Pilotprojekts Hydrogen Energy Supply Chain (HESC) von Victoria nach Japan verschifft. Transportiert wurde er auf einem speziell für diesen Zweck gebauten Tanker. Die bei Kawasaki Heavy Industries gebaute „Suiso Frontier“ – der Name Suiso steht im Japanischen für Wasserstoff – ist 116 Meter lang und hat 25 Besatzungsmitglieder. Der Tanker hat ein Fassungsvermögen von 1.250 Kubikmeter Flüssigwasserstoff, der bei minus 253 Grad Celsius auf 1/800 des Volumens von Wasserstoffgas gehalten wird. Alan Finkel, Chef-Wissenschaftler der australischen Regierung, bezeichnete den Transport in der „riesigen Thermoskanne“ auf dem Schiff als „Meisterleistung der Ingenieurskunst“.

Anstatt Kohle zu verbrennen, wird diese im Rahmen des HESC-Projekts in einer kontrollierten Umgebung vergast, um Wasserstoffgas zu gewinnen und die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid zu ermöglichen. Christoph Hein, Wirtschaftskorrespondenten für Südasien/Pazifik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, weist in seinem Bericht über das Projekt darauf hin, Wissenschaftler der Universität Stanford hätten jüngst nachgewiesen, dass Wasserstoff, der unter Einsatz von Kohle oder Gas hergestellt wird, für die Umwelt schädlicher sei, als das direkte Verbrennen von Gas. Auch der australische Erzmilliardär Andrew Forrest, so Hein, kritisiere den Weg seiner Regierung als umweltschädlich. „Sowohl sein Konzern Fortescue wie auch die ebenfalls im westaustralischen Perth ansässige Woodside Petroleum investieren in großem Stil in das Gewinnen von Wasserstoff: Woodside will mit der H2Perth Fabrik vom Jahr 2027 an rund 1.500 Tonnen Wasserstoff täglich produzieren – was sie zu einer der größten der Welt machte. Weitere Projekte sind für Tasmanien und den amerikanischen Bundesstaat Oklahoma geplant. Bis 2030 sollen rund 5 Milliarden Dollar in die neuen Energien fließen. Fortescue will ,grünen‘ Wasserstoff im australischen Bundesstaat Queensland und in Tasmanien herstellen.“

Das Gesamtprojekt einschließlich der Verflüssigungsanlage, berichtet Hein, „wurde mit knapp einer halben Milliarde Dollar veranschlagt, ein Zehntel davon steuert die australische Regierung bei, ein weiteres die Bundesregierung von Victoria. Die nächste Ausbaustufe soll knapp 200 Millionen Australische Dollar kosten“. In seiner späteren kommerziellen Phase solle das HESC-Projekt 225.000 Tonnen verflüssigten Wasserstoff pro Jahr produzieren.

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