Prototyp: Nur Eingeweihte wissen, dass der Zugangscode auf der Folie am Türscharnier eingegeben werden muss. Bild: © Empa

Wie lässt sich das öffnen? Wo ist das Schlüsselloch? Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben ein unsichtbares „Schlüsselloch“ aus gedruckter, transparenter Elektronik entwickelt. Nur wer weiß, wo es sich befindet und wo der Zugangscode eingegeben werden muss, erhält Zugang. Auf den ersten Blick ist von der Idee der Empa-Forscherin Evgeniia Gilshtein fast nichts zu sehen. Was wie eine simple Klarsichtfolie aussieht, soll für ein ganz neues Maß an Sicherheit sorgen: Auf das transparente Trägermaterial sind unsichtbare Schaltflächen gedruckt, deren Position nur Eingeweihten bekannt ist. Derartige Schaltungen können beispielsweise als Zugangscode mit einem Türschloss verbunden werden. Werden die Schaltflächen auf der Polymerfolie mit dem Finger in einer festgelegten Sequenz berührt, lässt sich das Schloss öffnen. Schon zuvor war es dem Forschungsteam des Labors „Thin Films and Photovoltaics“ der Empa in Dübendorf gelungen, Polymer-Folien mit elektronischen Schaltungen und Sensoren zu bedrucken. Mit der transparenten Sicherheitsfolie wird nun eine von vielen Anwendungen der Technologie vorangetrieben. „Wichtig war uns vor allem, dass der additive Fertigungsprozess der Folie auch im industriellen Maßstab eingesetzt werden kann“, sagt Gilshtein. Genutzt werden könnte das unsichtbare Türschloss beispielsweise in Banken oder Spitälern, aber auch für Privatwohnungen.

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