© Queer Design Club

Der Queer Design Club hat es sich zur Aufgabe gemacht, Isolation und Ausgrenzung entgegenzuwirken, indem er sowohl online als auch offline Räume schafft, in denen LGBTQIA+-Designer einander finden und ihre Arbeit teilen können. In einem Interview mit „It‘s Nice That“ hat Rebecca Brooker, Mitbegründerin des Clubs, über ihre Hoffnungen gesprochen, in der Kreativbranche einen Wandel befördern zu können. „Wenn“, so Brooker, „ich über meine eigene Seifenblase hinausblickte und die Kreativbranche betrachtete, fühlte sie sich überwältigend weiß, cis und heterosexuell an und sah auch so aus. Wenn ich meine kanonischen Design-Geschichtsbücher durchblätterte, sah ich oft nur die Namen und Gesichter weißer Männer, die als Giganten des Grafikdesigns bezeichnet wurden. Ich fragte mich, ob Design einen Platz für mich hatte, für andere wie mich, für andere, die nicht wie ich waren, und ob ich mir bisher etwas vorgemacht hatte. Ich suchte online nach Informationen, Clubs, Gruppen oder Orten, an denen ich andere LGBTQIA+-Designer treffen konnte, aber es fühlte sich an, als ob die Gespräche in Silos geführt würden. Erst als ich auf die Website Blacks Who Design stieß, wurde ich dazu inspiriert, einen ähnlichen Raum zu schaffen“.

Brooker hat den Queer Design Club 2019 zusammen mit John Hanawalt gegründet. Über ein Online-Verzeichnis und Social-Media-Plattformen repräsentiert der Club die Arbeit zeitgenössischer LGBTQIA+-Designer und vernetzt die Queer-Design-Community über einen Slack-Channel und eine Jobbörse. Derzeit, so Brooker, habe der Club weltweit mehr als 4000 Mitglieder. Da bei seiner Gründung erkannt worden sei, dass es kaum Daten oder Informationen darüber gibt, wer Teil der Community ist, wurden 2019 mehr als 1000 LGBTQIA+-Personen in der Designbranche befragt. 2021 wurde der „Queer Design Count“ abermals durchgeführt, wobei während der Covid-19-Pandemie u.a. anhaltende Probleme am Arbeitsplatz identifiziert wurden: Waren 2019 ganze 64 % der Befragten vollzeitbeschäftigt, waren es im Jahr 2021 nur noch 47 %. 2021 gaben 18 % der Befragten an, freiberuflich tätig zu sein, im Vergleich zu sieben Prozent im Jahr 2019. 41 % der Transgender-Befragten verloren während der Pandemie ihren Arbeitsplatz, im Vergleich zu 29 % der Cis-Designer. Zudem zeigten die Daten, „dass LGBTQIA+-Designer oft unterbezahlt und überarbeitet sind und am ehesten mit Mikroaggressionen und Homophobie am Arbeitsplatz konfrontiert werden“.

Bei einem eintägigen, online abgehaltenen Summit am 7. Juli soll das dreijährige Bestehen des Clubs gefeiert werden. Dabei wird nicht nur der „Queer Design Count 2021“ vorgestellt und dessen Ergebnisse in Panels und Workshops diskutiert, sondern auch Erfahrungen mit queerem Design ausgetauscht werden.


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