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Droog30. Design or Non-design, Foto: Aad Hoogendoorn
Tejo Remys Kommode aus dem Geist der Assemblage: Droog30. Design or Non-design, Foto: Aad Hoogendoorn

„Zwei Menschen, die sich kaum kannten“, so ist in einem „Epilog“ von Renny Ramakers und Gijs Bakker zu lesen, „beschlossen im Februar 1993, ihre Kräfte zu bündeln und auf dem Salone del Mobile in Mailand ein Zeichen zu setzen“. Sie erstellten eine Liste von Produkten, die sie präsentieren wollten, überlegten sich einen Namen – und waren sechs Wochen später mit etwa 20 Objekten in Mailand. „Wir hatten keinen Plan, keinerlei Erwartungen. Alles, was wir wussten, war, dass wir mit einer starken Geschichte und kühnen Entwürfen kamen. Aber wir waren uns nicht sicher, wie unsere bescheidene Ausstellung mit Arbeiten von völlig unbekannten Designern – den Begriff Dutch Design gab es damals noch nicht – in der High-Style-Design-Hauptstadt Mailand aufgenommen werden würde. Zu unserer Überraschung waren wir das Gesprächsthema des Tages. Da sich unsere Ausstellung sofort als Erfolg erwies, wollten wir weitermachen, und nach und nach wurde Droog zu einer internationalen Bewegung.“

„Droog“ galt als anti-konventionell, lustig und anarchisch, und ist zugleich Teil einer alternativen Designgeschichte, weniger ein Kollektiv, eher eine Bewegung, die immer neue Generationen von Designer*innen integriert, die der ersten Stunde aber nicht ausgesondert hat. Nun zelebriert die Ausstellung „Droog30. Design oder Nicht-Design?“ noch bis zum bis 27. August im Nieuwe Instituut in Rotterdam die, wie es heißt, „unverschämt aufmüpfige Realität von Droog und unsere erneute Wertschätzung für die gefeierte niederländische Marke“. Seit ihrer Gründung wandte sich die Bewegung „gegen den ,trockenen‘ (Droog) Funktionalismus und betrachtete Design stattdessen als Kunstform, die Humor ausdrücken kann und für alle zugänglich ist“. Mit dieser Einstellung setzte Droog Trends und veränderte die Spielregeln. Mit dem Ergebnis, dass die Philosophie von zahllosen Marken nachgeahmt wurde.

Die Kuratoren Maria Cristina Didero und Richard Hutten (der selbst als Designer von Anfang an tief bei Droog involviert war) wollen aufzeigen, welchen Einfluss die Marke von ihrer Gründung bis heute ausgeübt hat. Gezeigt werden, wie könnt es anders sein, „emblematische, witzige, provokante und manchmal geradezu ausgefallene Designs aus der 30-jährigen Geschichte von Droog“. Zu den Highlights gehören die Kommode von Tejo Remy, der „Knotted Chair“ von Marcel Wanders und „Cross“, der kreuzförmige Tisch und die Bank von Hutten selbst. Videos erzählen Anekdoten von Droog-Designer*innen, die von Designexpert*innen kommentiert werden. Ein interaktiver Bereich zeigt ferner unzensiert Reaktionen und Kommentare von Fans und Kritikern in den sozialen Medien, und die Besucher werden dazu aufgefordert, selbst einen Kommentar zu hinterlassen.

Aric Chen, der Generaldirektor und künstlerische Leiter des Nieuwe Instituut, sagte: „Droog brachte seinen trockenen Witz und seine subversiven Tendenzen einem weltweiten Publikum nahe – und das Design wird nie wieder dasselbe sein. Der Gruppe gelang es vor dreißig Jahren, der Welt als letzte Designbewegung vor dem Internet ihren Stempel aufzudrücken, und wenn wir auf ihre Geschichte zurückblicken, fragen wir uns, wie weit wir seither gekommen sind und wohin wir uns entwickeln werden.“


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