EOOS, Die Klinke – © EOOS

Raum ist ein synästhetisches Phänomen und wird mit allen unseren Sinnen wahrgenommen – von den Augen über Ohren und Nase bis zum größten Organ, der Haut. Proportion, Materialität und Licht erzeugen Atmosphäre und Stimmung eines Raums und beeinflussen die Rezeption. In den letzten Monaten mussten wir zudem erfahren, dass die gewohnte Körper-Raum-Beziehung brüchig geworden ist und wir mit vielschichtigen Distanzerfahrungen leben müssen. Die soziale Entkörperlichung des Alltags, die Veränderung des öffentlichen und individuellen räumlichen Erlebens, und nicht zuletzt die Verlagerung vieler Lebensbereiche in den virtuellen Raum haben Fragen zur Beziehung zwischen uns als sozialen Wesen und der persönlichen wie kollektiven Raumerfahrung aufgeworfen: Wie ist es heute um die Dimension der Körperlichkeit in der Produktion und Rezeption von Architektur bestellt? Inwiefern hat sich das Verhältnis zwischen Körper, Raum und Gesellschaft durch die Corona-Pandemie verändert?

Der Beziehung zwischen Körper und Raum, sei sie „intakt“ oder „gestört“, sowie ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung, widmet sich noch bis zum 18. September die Ausstellung „Die Körper und der Raum“ im aut, dem Tiroler Architekturzentrum im Adambräu in Innsbruck. Zu der Schau wurden mehr als 200 Architekt/innen, Grafiker/innen, Designer/innen, Künstler/innen, Theoretiker/innen, Historiker/innen und Kritiker/innen eingeladen, die in den vergangenen Jahren mit Ausstellungen, Vorträgen, Gesprächen, Jurymitarbeit und als aktive Mitglieder des aut am Programm mitgewirkt haben. 114 sind der Einladung gefolgt und haben einen Beitrag zu ihrer persönlich wahrgenommenen Beziehung zwischen dem/den Körper/n und dem realen, sozialen oder virtuellen Raum beigesteuert. Mit der Präsentation von Fotos, Grafiken, Filmen und Tondokumenten, die jeweils um einen kurzen erklärenden Text ergänzt wurden, setzt das aut eine Ausstellungsreihe fort, die versucht, die Wahrnehmung und den persönlichen Zugang von Architekt/innen und Gestalter/innen zu einem Thema zu vermitteln.

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