Analoge und digitale Angebote: Die Neue Sammlung startet das Projekt „Design inklusiv erleben“.
Radio „Simple Music Player“ für Demenzerkrankte, 2014, Entwurf und Herstellung: E2L Products Ltd., Monmouth, Großbritannien, Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum, München (K. Mewes), © Die Neue Sammlung – The Design Museum, München

Wer Produkte, Programme. Websites, Dienstleistungen und anderes mehr gestaltet, entscheidet nicht nur darüber mit, wie Nutzerinnen und Nutzer mit all dem umgehen, wie sie ihren Alltag erleben, strukturieren und meistern. Designerinnen und Designer beeinflussen auch in weitreichender Weise, wer mit alledem zurechtkommt, wer dazu gehört und wer nicht. Dass Design diskriminieren und Ungleichheit fördern, beides aber auch bekämpfen und Zugänge eröffnen kann, macht seine gesellschaftliche Verantwortung deutlich.

Mit einem im Februar gestarteten barrierefreien Programm, das analoge und digitale Vermittlungsebenen miteinander verzahnt, öffnet sich Die Neue Sammlung – The Design Museum in München bewusst einem erweiterten Kreis von Besucher/innen. Aktualisiert werden soll damit der gesellschaftliche Auftrag des Museums: Gute Gestaltung allen Menschen zugänglich zu machen. Das Projekt „Design inklusiv erleben“ setzt sich zum Ziel, einen Teil der Sammlung durch Videos mit Übersetzung in Gebärdensprache und Untertitel, mittels Audiodeskriptionen sowie über Hör- und Lesetexte auf verschiedenen Sprachniveaus zu vermitteln. Diese neuen Angebote richten sich insbesondere an Menschen mit Hör- und Seheinschränkungen, Sprachverständnisschwierigkeiten oder kognitiver Einschränkung, stehen aber selbstverständlich allen Besucher/innen zur freien Verfügung. Die Inhalte werden digital bereitgestellt und können vor Ort an den ausgestellten Objekten abgerufen werden. Die Informationen werden auch in englischer Sprache angeboten, womit sich das Projekt an ein breites, internationales Publikum richtet und einen digitalen Zugang zu einer der weltweit bedeutendsten Sammlung zur Designgeschichte bietet.

Das Projekt soll alle verfügbaren Möglichkeiten der barrierefreien digitalen Vermittlung ausloten und exemplarisch aufzeigen, wie das gesellschaftliche Versprechen der Inklusion in den Staatlichen Museen Bayerns eingelöst werden könnte. Neben einer barrierefreien Vermittlung von Inhalten betrifft das auch die physische Barrierefreiheit in den Museumsräumen. So sollen das Angebot und die Infrastruktur im Museum z. B. um Tastobjekte und digitale Blindenleitsysteme erweitert werden.


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