Ob er sich in extremer Hitze, anhaltender Trockenheit oder häufigeren Unwettern und Überschwemmungen äußert, der Klimawandel erfordert in vielen Bereichen ein Umdenken. In Arnheim, der Hauptstadt der niederländischen Provinz Gelderland, ergreift die Stadtregierung nun konkrete Maßnahmen. Schon bisher hat man in der etwa 100 Kilometer südöstlich von Amsterdam gelegenen Kommune mit 150.000 Einwohnern versucht, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen: Ein weitläufiges Areal in der Nähe des Rheins wurde zum überflutbaren Stadtpark umgestaltet, und um die Auswirkungen von Hitze zu reduzieren, wurden einige Gebäudefassaden bepflanzt. Gleichzeitig arbeitet die Stadt zusammen mit dem Rest des Landes daran, die Klimaemissionen zu reduzieren. Nun will man in Arnheim aber noch einen Schritt weiter gehen: bis 2030 sollen 10% der Straßen in der Stadt durch Grünflächen ersetzt werden. Auch in Arnheim speichern Straßen, Parkplätze und Bürgersteige Wärme, weshalb nicht ausreichend genutzte Straßen identifiziert, verkleinert und durch bepflanzte Flächen ersetzt werden sollen, um sowohl Hitze als auch Überschwemmungen zu reduzieren. Auch wird untersucht, ob und wie der Asphalt recycelt werden kann. In Bereichen mit hoher Hitzebelastung wie der Innenstadt werden „Abkühlungsorte“ mit Schatten und Teichen geplant, und entlang der Fußgänger- und Radfahrerrouten mehr Bäume gepflanzt. Auch die Bürger sollen angeregt werden, auf ihren Grundstücken mehr Grünflächen zu schaffen. „Als Stadt“, so die Vizebürgermeisterin Cathelijne Bouwkamp, „können wir das nicht alleine schaffen. Der größte Teil des Stadtgebiets besteht nicht aus öffentlichem Raum, sondern aus Privateigentum. Um die Menschen zu motivieren, sich uns anzuschließen, werden wir Nachbarschaftsinitiativen subventionieren. Dies hat auch einen sozialen Effekt: mehr sozialen Zusammenhalt und der Einsamkeit entgegenwirken.“

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