Im kalifornischen Petaluma wurde das „Eames Institute of Infinite Curiosity“ eröffnet.
Screenshot, Illustrationen von Josh Cochran, Fotografie von Paige Ricks

Wie niemand sonst haben Ray und Charles Eames das Mid-Century-Design geprägt und dabei nicht nur jede Menge von Produkten geschaffen, die bis heute weltweit geschätzt werden. Die Eames haben mit ihrer Arbeit auch vielfach definiert, wo die Grenzen des Designs liegen – um sie beim nächsten Projekt sogleich wieder zu verschieben. Als die beiden einmal gefragt wurden, wo die Grenzen des Designs lägen, drehten sie die Sache um und fragten: „Was sind die Grenzen von Problemen?“ In solchem Geist präsentiert sich das neu gegründete „Eames Institute of Infinite Curiosity“, in dem, wie es heißt, „die Lektionen, die Ray und Charles Eames uns durch ihr Werk hinterlassen haben, und – was noch wichtiger ist – die Art und Weise, wie sie an diese Arbeit herangegangen sind, für eine neue Generation zum Leben erweckt werden, die bereit ist, die ‚Grenzen der Probleme‘ zu erforschen“.

Das Institut versteht sich als „ein virtueller und physischer Ort, begrenzt durch Pixel und Quadratmeter“. In einer Mischung aus Archiv, Museum, Wissensspeicher und Inspirationsort will es einen unkonventionellen Blick auf das Erbe des berühmten Designer-Paars werfen. Dabei beleuchtet die Eames Collection mit Tausenden von Artefakten die außergewöhnliche Partnerschaft der Eames und ihre vielfältigen Interessen ebenso wie ihre Arbeitsweise und ihre Gestaltungsmethoden. Zudem will das von Llisa Demetrios, der Enkelin von Ray und Charles als Chefkuratorin geleitete Institut das Werk der Eames verwalten und es anderen Institutionen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

„Fast drei Jahrzehnte lang“, so John Cary, Präsident und CEO des Instituts, „beherbergte ein scheunenartiges Gebäude in Petaluma, Kalifornien, Überreste eines der ikonischsten Design-Vermächtnisse des zwanzigsten Jahrhunderts. Als ich das Gebäude an einem strahlenden Dezembertag vor einigen Jahren zum ersten Mal betrat, empfand ich eine Mischung aus Ehrfurcht und Unglauben, wie ein Historiker, der ein verlorenes Relikt aus einem prägenden Moment der Vergangenheit wiederentdeckt“. Die Vision der Eames, so Cary, sei heute noch relevant, weil sie uns anspreche: „Ihre Arbeit ist fesselnd, weil sie in alltäglichen Gegenständen und Materialien die Inspiration fanden, eine neue Perspektive, neue Formen und einen neuen Zweck zu gestalten. Dabei ließen sie sich von ihrer unermüdlichen Neugier auf die Welt, der sie begegneten, anstecken. Diese Denkweise ist – wie ihre Arbeit – zeitlos. Im Eames Institute of Infinite Curiosity versuchen wir, auf dieser Grundlage aufzubauen und ein Forum für Inspiration zu schaffen, das ebenso zeitlos sein wird.“


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