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Andrea Zittel, Planar Composition for Esters Garden House, 2022 (Installationsansicht), HLHE Skulpturengarten, Sammlung Kunstmuseen Krefeld und Dauerleihgabe der Freunde der Kunstmuseen Krefeld e.V., © Andrea Zittel / Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld

Die 1965 im kalifornischen Escondido geborene amerikanische Künstlerin Andrea Zittel arbeitet bewusst an der Grenze zwischen Kunst, Design und Architektur. Hierzulande bekannt geworden ist sie durch ihre 1997 bei der documenta X in Kassel gezeigten „Escape Vehicle“, kleine Aluminiumkapseln, die inspiriert waren von den in den USA weit verbreiteten „mobile homes“, deren Symbolik und Ästhetik. Zittels Werke bestehen hauptsächlich aus Skulpturen und Installationen, die mit ihrer Nähe zu Einrichtungsobjekten spielen und eine eigene, künstliche Welt erzeugen. Dabei bezieht sie sich immer wieder auf Arbeiten von Anni und Josef Albers, Margarete Schütte-Lihotzky, Richard Buckminster Fuller sowie Charles und Ray Eames. So untersucht Zittel mit kritischem Humor unterschiedliche Wohnmodelle und das Erbe des Bauhauses und anderer moderner Bewegungen.

Im Jahr 2019 haben die Kunstmuseen Krefeld Andrea Zittel eingeladen, eine permanente ortspezifische Installation für das Fertig-Gartenhaus der Deutschen Werkstätten Hellerau im Garten von Haus Esters zu entwickeln. Ein erster Teil ihrer Installation im Innenraum des Gartenhauses wurde im selben Jahr im Rahmen der Bauhaus-Jubiläumsausstellung „Anders Wohnen“ eröffnet. Nun hat die Künstlerin ihre Arbeit „Planar Composition for Esters Garden House“ im Innen-, vor allem aber im Außenraum vervollständigt und damit das Spektrum der unterschiedlichen Formen von Skulptur im Garten von Haus Lange Haus Esters erweitert. „Endlich“, so die Museumsleiterin, Initiatorin und Kuratorin Katia Baudin, „zieht in den Skulpturenpark rund um die Mies-van-der-Rohe-Villen das Werk einer Künstlerin ein – und mit ihm vor Allem eine zeitgenössische installative Form von Skulptur, die den Blick auf das gesamte Ensemble aus Architektur, Kunst und Natur verändern wird“.

Für das Gartenhaus hat Zittel minimalistische, aus farbigen Paneelen zusammengesetzte Möbel-Skulpturen geschaffen; 2019 entstanden Tische, Bänke und Hocker für den Innenraum und ein Teppich für eine Sitzbank. Im zweiten Teil wurde die Installation nun mit Deckenleuchten, Bowls, Tabletts und weiteren Hockern im Innenraum und prägnanten Bank-Skulpturen im Außenraum erweitert. Die fünf rechtwinkligen Bänke auf der Rasenfläche vor dem Gartenhaus laden dazu ein, unterschiedliche Perspektiven auf Architektur und Garten einzunehmen und in verschiedenen Formationen zusammenzukommen. Die Installation wird künftig hauptsächlich in den Frühjahrs- und Sommermonaten zu erleben sein. Sie kündigt zugleich eine Einzelausstellung von Andrea Zittel an, die im Herbst 2022 den Dialog der Künstlerin mit dem Erbe der Moderne im Haus Esters weiterverfolgen wird.


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