Enzo Mari präsentiert Entwürfe der „Autoprogettazione“, 1974.

Noch bis zum 18. April 2021 beleuchtet die von Hans Ulrich Obrist und Francesca Giacomelli kuratierte Ausstellung über Enzo Mari in der Mailänder Triennale das Schaffen des legendären Designers und Designtheoretikers, der am 19. Oktober 2020 im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Neben einem historischen Teil wurden internationale Künstler und Designer wie Tacita Dean, Dominique Gonzalez-Foerster und Rirkrit Tiravanija eingeladen, Mari mit ortsspezifischen Installationen und eigens in Auftrag gegebenen Werken zu ehren.

Neben Video-Interviews von Hans Ulrich Obrist, die in der Ausstellung Maris theoretisches Verständnis und seine außergewöhnlichen gestalterischen Fähigkeiten veranschaulichen, hat die Design-Kritikerin Alice Rawsthorn unter dem Titel Enzo Mari Costellazione zusammen mit Obrist eine Reihe von Podcasts produziert, in der Freunde und Mitarbeiter im Gespräch mit Rawsthorn über ihre Erinnerungen an den Menschen und ihre Beobachtungen des Designers Auskunft geben. Paola Antonelli, die für Design zuständige Kuratorin des Museum of Modern Art in New York, sieht in Enzo Mari „das Gewissen des italienischen Designs“; Stefano Boeri beschreibt ihn als „eine Konstellation“; und der Designer Martino Gamper erinnert sich, dass Mari „mich auf eine Art und Weise beleidigt hat, wie ich noch nie von einem anderen Designer beleidigt wurde.“ Marva Griffin Wilshire, die Gründerin des SaloneSatellite, charakterisiert Mari als „Außenseiter“, während das Design-Duo Formafantasma Maris Einfluss auf die eigene Arbeit betont und sein politisches Bewusstsein hervorhebt. Rawsthorn und Obrist schließlich machen deutlich, dass die Ausstellung „eine Ausstellung über die vielen Maris“ ist.

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