Der Landwirt als Designer: Eine Ausstellung im Musée des Arts décoratifs et du Design in Bordeaux.
Ansicht der Ausstellung – Resources Bordeaux cultural season / Bordeaux 2021. © Rodolphe Escher

Die Moderne hat die Vorstellung genährt, der Mensch könne seine Umwelt kontrollieren und sich die Natur unbegrenzt dienstbar machen. Heute wissen wir, wohin das führt. Die aktuellen Krisen bestätigen, dass es an der Zeit ist, das Paradigma zu ändern. Während die Industrialisierung des 20. Jahrhunderts die Böden tiefgreifend verändert hat, um mehr Menschen effizienter ernähren zu können, ist die Frage der Ernährung heute zu einem komplexen Phänomen geworden. Vom Bauernhof bis zum Teller kommen viele verschiedene Prozesse ins Spiel. Unter dem Titel „Farmer designers: an art of living“ widmet sich eine Ausstellung im Musée des Arts décoratifs et du Design in Bordeaux noch bis zum 17. Januar 2022 dem Design der Landwirtschaft.

Boden, Topografie, Wasser, Wind, Sonne und die biologischen Zyklen von Fauna und Flora sind Elemente, die die Landwirtin oder der Landwirt als Designer beobachtet, um das eigene Land erfolgreich bewirtschaften zu können. Die Schau stellt den Boden in den Mittelpunkt und präsentiert neue Erkenntnisse über seine Rolle, seine Funktionsweise und das Ökosystem, das er beherbergt. Es werden Unterschiede in den Kulturen und der Produktion veranschaulicht, Einblicke in neue Anbaumethoden gewährt und die Dimension der Zeit untersucht. Sowohl in Frankreich als auch auf anderen Kontinenten werden die Ursprünge einer neuen Kultur aufgespürt, die den Menschen in den Mittelpunkt einer noch nie dagewesenen Verbindung mit der Natur stellt und ihn als gleichberechtigtes Glied in der Kette des Lebens neben Pflanzen und Tieren betrachtet. Die Schau will eine neue Generation von Landwirtinnen und Landwirten vorstellen, die uns ernähren, dabei gleichzeitig den Boden und die biologische Vielfalt erhalten und regenerieren wollen. Eigens für die Ausstellung entworfen wurde auf Einladung des Museums die Installation Real Facts von Studierenden der ECAL unter der Leitung der Designer Erwan Bouroullec und Adrien Rovero.

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