Virgil Abloh Ausstellung
Virgil Abloh (Rockford, Illinois, 1980–2021, Chicago, Illinois). “PINK PANTHER,” 2019. Insulation foam, stainless steel, dimensions variable. Courtesy of Gymnastics Art Institute & Virgil Abloh Securities. (Photo: © Gymnastics Art Institute)

Virgil Abloh, der 2021 verstorbene Modedesigner der Generation Instagram, hat nicht nur scheinbar mühelos den Bogen von der Streetware zur Couture geschlagen. Er hat, wie kaum ein anderer, auch begriffen, wie man die Möglichkeiten von Marken und Labels nutzt. Selbst Altbekanntem vermochte er mit gezielten Eingriffen und kleinen, aber markanten Veränderungen ein ganz neues Image zu verpassen. Was er unter anderen für die Marke Braun an der legendären Wandanlage von Dieter Rams von 1965 exerzierte, indem er deren funktionale Zurückhaltung im Stil eines Rappers hochglänzend verchromte. Das auf die geschichtsvergessenen Generationen Y und Z schielende Marketing feierte Ablohs nachgeholfene Readymades enthusiastisch und stilisierte ihn zum Helden einer neuen Ökonomie, der es scheinbar mühelos gelang, mit Distinktionen aller Art zu spielen. Programmatisch erschien der Name seines 2013 in Mailand gegründeten Labels „Off-White“, das nicht nur im Farbspektrum, sondern auch in verschiedenen Disziplinen jede Menge Zwischentöne aktivierte.

Vom 1. Juli bis zum 29. Januar 2023 präsentiert das New Yorker Brooklyn Museum das multidisziplinäre Werk des visionären Künstlers und Designers, der die Rolle von Mode, Kunst, Design und Musik in der zeitgenössischen Konsumkultur verändert hat. Die vom Museum of Contemporary Art Chicago entwickelte Ausstellung „Virgil Abloh: ,Figures of Speech‘“, die erste, seinem Werk gewidmete Museumsschau, umfasst zwei Jahrzehnte seiner künstlerischen Praxis, einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Künstler Takashi Murakami, dem Musiker Kanye West und dem Architekten Rem Koolhaas. Hinzu kommen Arbeiten für sein Modelabel „Off-White“ und für Louis Vuitton, wo er als erster schwarzer künstlerischer Leiter für Herrenmode tätig war. Gegenüber vorhergehenden Stationen der Schau sollen im Brooklyn Museum nie zuvor gezeigte Objekte aus dem Archiv des Designers sowie eine „soziale Skulptur“ neu hinzukommen, die sich auf Ablohs Architekturhintergrund bezieht. Die Installation, so das Museum, biete einen Raum für Versammlungen und Performances und solle dem historischen Mangel an Raum für schwarze Künstler und schwarze Menschen in kulturellen Institutionen entgegenwirken.

Off-White c/o Virgil Abloh™ for Beyoncé. Dress (prototype), 2018. Printed LYCRA®, 74.5 ×35 × 24inches (189.23 ×88.9 × 60.96 cm). Courtesy of Gymnastics Art Institute & Virgil Abloh Securities. (Photo: © Gymnastics Art Institute)

„Figures of Speech“ versucht nachzuzeichnen, wie Abloh die kommunikative Kraft des Designs erkundet hat, wobei seine Entwürfe und die Menschen, die sich mit ihnen auseinandersetzten, durch die Verwendung von Sprache und Anführungszeichen buchstäblich zu Sprechfiguren würden. Der Künstler nutzt den schwarzen Blick, um die traditionell von Weißen geschaffenen Strukturen in Mode, Design, Architektur und Kunst zu demontieren und neue Arbeiten durch die Brille der schwarzen kulturellen Erfahrung zu rekonstruieren. Die Präsentation im Brooklyn Museum wird von dem Schriftsteller und Kurator Antwaun Sargent organisiert. Stammte das Ausstellungsdesign früherer Versionen der Schau von Samir Bantal, Direktor von AMO, dem Forschungs- und Designstudio von Rem Koolhaas‘ „Office for Metropolitan Architecture“ (OMA), so wurde das aktuelle Design von Mahfuz Sultan, Creative Director Clocks, in Zusammenarbeit mit Tawanda Chiweshe und Francisco Gaspar, Creative und Artistic Directors von Alaska Alaska, und Lance Singletary, dem Director of Exhibition Design des Brooklyn Museums entwickelt.


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