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© Marcel Backscheider

Auf Wikipedia existiert ein doppelter Gender Gap: Nur etwa 17 % der biografischen Einträge widmen sich Frauen; zudem sind unter den Verfassern von Artikeln für Wikipedia nur 10 % Frauen. Dieser „Lücke“ wollte das Theorie-Seminar „Women in Design“ unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Eisele der Fachrichtung Kommunikationsdesign an der Hochschule Mainz entgegenwirken. Die Veranstaltung setzte sich umfassend mit der Rolle von Frauen im Grafikdesign und in der Typografie auseinander. Ausgehend von aktuellen genderrelevanten Themen wurden Recherchen zu weiblichen Rollen- und Berufsfeldern unternommen, in denen Frauen in Grafikdesign und Buchgestaltung tätig waren und sind – als Buchbinderinnen, Druckerinnen, Illustratorinnen, Fotografinnen, Type-Designerinnen oder Typografinnen. Dabei, so ist zu erfahren, sei schnell klar geworden, „dass Designerinnen, die in ihrer Zeit durchaus erfolgreich waren, nicht in der Designgeschichtsschreibung auftauchen“.

Das Besondere des Seminars: Die Studierenden trugen diesem Umstand nicht nur Rechnung, indem sie Biografien und Gestaltungsbeispiele von Grafik-Designerinnen recherchierten und eigene Texte zu den Designerinnen erarbeiteten. Sie lernten in Wiki-Workshops auch, wie Artikel auf Wikipedia erstellt und veröffentlicht werden. Mit dem Ergebnis: Als „analogitale“ Form des Edit-a-Thons wurden die Texte und Bilder zusammen mit der Veröffentlichung auf Wikipedia auch als analoge Ausstellung öffentlich präsentiert. Neu erstellt und bearbeitet wurden Wikipedia-Einträge u. a. zu Designerinnen wie Elisabeth Colwell, Lina Burger, Käthe Lore Zschweigert, Eglantyne Louisa Jebb, Ethel Reed, Lili Schultz, Emmy Seyfried und vielen anderen mehr.


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