Ikea
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Ikea testet in Wien ein neues Konzept für das innerstädtische Einkaufen – ganz ohne Parkplätze und Bällebad am Eingang. Dass Schwedens bekannteste Marke und der Welt größtes Möbelhaus ein Gespür für den Zeitgeist hat, zeigt sich u. a. daran, dass das neue Kaufhaus, in das der Konzern 140 Millionen Euro investiert hat, nicht nur Möbel, Hausrat, Accessoires und ein Restaurant im Angebot hat, sondern auch eine bis Mitternacht zugängliche Dachterrasse mit Snackbar und einem phantastischen Blick über Wien. Darunter befindet sich eine an die Accor Hotelmarke JO&JOE verpachtete Hoteletage.

Dass das neue Ikea-Haus ohne Parkplätze auskommen muss, war die Bedingung der Stadt, als die Schweden vor zehn Jahren auf die Idee kamen, am Wiener Westbahnhof einen innerstädtischen Laden zu eröffnen. Daraus wurde jetzt ein neues Konzept, das „den Erwartungen städtischer Kunden nach Mobilität ohne Auto“ entspricht. Wer in dem fünfstöckige Ikea-Haus, das, um eine Überfüllung zu vermeiden, derzeit nur mit Vorabbuchung eines Zeitslots zu besuchen ist, einkaufen will, kommt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit U- oder Straßenbahn. Den Einkauf kann man sich danach am Stadtrand abholen oder per Lastenrad oder Elektroauto anliefern lassen. Das „Vorzeigeobjekt“ auf knapp 22.000 Quadratmetern Fläche soll dem Klima ebenso helfen wie die Bäume und Sträucher, die das würfelförmige Gebäude zieren und im Sommer die Temperatur senken sollen, eine Photovoltaikanlage und „ausreichend Platz für Vogelnester sowie Bienenstöcke“. Ein Konzept mit dem, so hat es das Wiener Wochenblatt „Falter“ zusammengefasst, „die Generation Greta in den Schoß der Ikea-Familie geholt werden soll.“ Ein ähnliches „future-store-format“ testet Ikea gerade in einer frisch renovierten Filiale in Schanghai.

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