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Technische Erfindungen haben es nicht immer leicht, sich am Markt durchzusetzen. Ein Beispiel dafür, dass technische Höchstleistung allein noch keinen Erfolg garantiert, ist die ursprünglich in Deutschland von Siemens und ThyssenKrupp entwickelte Magnetschwebebahn Transrapid. Was 1969 begonnen wurde, 1979 zu ersten Prototypen und 1991 zur Anwendungsreife geführt hat, kam hierzulande am Ende über eine Teststrecke nicht hinaus. Transrapid-Projekte wie eine Trasse Berlin–Hamburg, ein Metrorapid und ein Flughafenzubringer in München wurden nach langjährigen Planungen abgebrochen. Weiterentwickelt wurde der Hochgeschwindigkeitszug hingegen in China, wo in Shanghai 2003 die einzige Strecke den Regelbetrieb aufgenommen hat. Nun wurde in der südchinesischen Stadt Chengdu mit dem „Super Bullet Maglev Train“ die nächste Generation der Magnetschwebebahn vorgestellt.

Der in China entwickelte und mit Hochtemperatur-Supraleiter-Technologie (HTS) ausgestattete Prototyp einer Lokomotive wurde für eine Geschwindigkeit von 620 km/h ausgelegt, so die Southwest Jiaotong University, einer der Konstrukteure der Bahn. Zugleich wurde eine 165 Meter lange Strecke zum Testen des neuen Zuges in Betrieb genommen. Obwohl sich die Theorie gut anhöre, habe jeder die HTS-Magnetschwebetechnologie in der Vergangenheit als ein Laborspielzeug ohne Tests in einer realen Situation gesehen, sagte Deng Zigang, stellvertretender Direktor des universitären Forschungszentrums für den Super-Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebetransport in Niederdruckröhren. China ist beim Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken weltweit führend. Bis Ende 2020 waren 37.900 km in Betrieb.

Magnetschwebebahnen, die über den Gleisen schweben und von starken Magneten angetrieben werden, um die Reibung zwischen Rad und Schiene zu vermeiden, sollen die Geschwindigkeitsengpässe von Hochgeschwindigkeitszügen durchbrechen und langfristig auch Flugverbindungen ersetzen. Während die 30 km lange Strecke zwischen dem Stadtzentrum von Shanghai und dem Flughafen Pudong auf der deutschen Magnetschwebetechnologie der „elektromagnetischen Aufhängung“ (EMS) basiert, wurde das HTS-Projekt mit einer Investition von 60 Millionen Yuan (9,3 Mio. US-Dollar) gemeinsam von der Southwest Jiaotong University, der China Railway Group Limited und der CRRC Corporation Limited entwickelt. Im Vergleich mit anderen Systemen eigne sich die HTS-Technologie, die den Zug ohne Strom schweben lassen könne, besser für das Konzept superschnellen Transports in Vakuumröhren, bei dem die Züge Geschwindigkeiten von mehr als 1.000 km/h erreichen könnten.

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