Die isländische Tourismusbehörde wirbt für einen Besuch im ganz realen „Islandverse“.
Zack Mossbergsson stellt seine Welt vor © Inspired by Iceland

Mit Umbenennungen ist es so eine Sache. Oft wird dabei verfahren wie 1976 bei der globalen Produktharmonisierung eines Schokoriegels, die mit dem Werbespruch angekündigt wurde: „Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.“ Wie auch immer: Facebook heißt jetzt Meta. Was dahintersteckt, wie toll und revolutionär er das von Meta propagierte Metaversum (in dem physische und digitale Welten verschmelzen sollen) findet und welch herrliche Zukunft er dadurch anbrechen sieht, hat Mark Zuckerberg, Gründer und sendungsbewusster Chef des Meta-Unternehmens, erst kürzlich in einem Werbevideo von nahezu Spielfilmlänge dem Milliardenvolk seiner Nutzer/innen erklärt.

Fasziniert, aber unbeeindruckt von Zuckerbergs Auftritt, der in typischer Silicon-Valley-Erlöser-Manier jede Menge Newspeak aufbietet, zeigt sich Islands Tourismuswerbung – und hat dessen Vision deshalb in einem eigenen Werbespot parodiert. „Hi, willkommen vor dieser sehr natürlichen Kulisse“ begrüßt uns ein perfektes Zuckerberg-Double namens Zach Mossbergsson mit vertraut akkuratem Kurzhaarschnitt, schwarzem Longsleeve und typischer Körpersprache in einem Ikea-Ambiente. Statt uns wie Mark eine schöne neue virtuelle Welt anzupreisen und uns eine aus unseren Daten gebaute Zukunft als großes Glück zu verkaufen, preist Zach einfach die wunderschöne, seit Jahrmillionen bestehende Landschaft Islands und wirbt für einen Besuch im ganz realen „Islandverse“.

„Heute“, erklärt Zach, „möchte ich euch eine revolutionäre Idee vorstellen, ohne dabei total komisch rüberzukommen“ – was, wie alles, was folgt, natürlich superkomisch rüberkommt. Schließlich werden Körperhaltung, Mimik, Gestik, Diktion und Erzählweise des Vorbilds von seinem Double so perfekt nachgeahmt, dass einem Zuckerbergs Auftritte plötzlich so absurd vorkommen wie das gespielte Staunen über eine Realität „mit Wasser, das nass ist“. Merke: Isländer sind tatsächlich „easy going“. Und Humor ist und bleibt ein gutes Gegengift gegen falsche Propheten, die den Mund so voll nehmen, dass sie nicht mehr über sich lachen können. „Im Ernst, schau. Es ist direkt hier“ – „erweiterte, echte Realität ohne alberne Headsets“.

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