Junkers F 13 Relaunch

Die Junkers F 13, das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt, feiert 2019 nicht nur seinen 100. Geburtstag, es wurde auch neu aufgelegt. Gestartet hat der Unternehmer und Pilot Dieter Morszeck sein Projekt zur Neuauflage der Junkers F 13 im Jahr 2013. 2018 gründete er die Junkers Flugzeugwerke AG in Dübendorf bei Zürich. Da Originalzeichnungen und -baupläne nicht mehr für alle Teile der Junkers F 13 vorhanden waren, wurde mit Hilfe von Lasertechnik eines der wenigen noch erhaltenen Originale exakt vermessen. Auch mussten vergessene Bauweisen und die Handhabung des Aluminium-Wellblechs wieder erlernt werden. Der erste, in Handarbeit gefertigte Prototyp der „neuen“ Junkers F 13 startete am 15. September 2016 in Dübendorf zu seinem Erstflug. Die Musterzulassung wurde 2018 erteilt. Eine zweite und eine dritte Maschine sind aktuell im Bau. Eine Jubiläumstournee führte die neu gebaute F13 unter anderem nach Dessau, wo 1895 die Geschichte der Junkers Flugzeugwerke begann. Hugo Junkers (1859 bis 1935) war Hochschullehrer, Forscher, Ingenieur und Unternehmer. Grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeit machte es ihm und seinem Chefkonstrukteur Otto Reuter möglich, die Junkers F 13 als erstes Passagier- und Frachtflugzeug zur rein zivilen Nutzung zu konstruieren. Sie bot eine geschlossene und beheizte Reisekabine für vier Passagiere und ein offenes Zweimann-Cockpit. Am 25. Juni 1919 hatte sie in Dessau ihren Erstflug. Bereits am 13. September stellte sie mit einer Flughöhe von mehr als 6.750 Meter einen Höhenweltrekord auf. Bis zu Beginn der 1930er-Jahre wurde die F 13 etwa 360 Mal in unterschiedlichen Varianten gebaut. Wesentliche Konstruktionsmerkmale der Junkers F 13 haben bis heute im Verkehrsflugzeugbau Bestand: In ihrer Ganzmetallbauweise galt sie als Revolution, wurden Flugzeuge seinerzeit doch überwiegend noch aus Holz gebaut und mit Leinwand bespannt. Das neu entwickelte Duraluminium gab der Maschine Festigkeit und machte sie wetterbeständig, was Einsätze in subtropischen Gebieten ermöglichte. Als Antrieb dienten verschiedene wassergekühlte Reihenzylinder, später auch luftgekühlte Sternmotoren.

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