Familie Raithel. Foto: Kahla

Eine Ära in der Porzellanherstellung geht zu Ende: 26 Jahre lang haben Günther Raithel und sein Sohn Holger das Porzellanwerk Kahla in Thüringen geführt. Günther Raithel hatte 1993 den maroden Kombinatsbetrieb übernommen und in eine zukunftsfähige Fabrik verwandelt. Später stieß auch sein Sohn Holger dazu, der seit 2005 geschäftsführender Gesellschafter war. Unter seiner Regie hat sich Kahla zu einer trendorientierten und vielfach ausgezeichneten Lifestyle-Marke entwickelt. Unter dem Namen Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH übernimmt nun Daniel Jeschonowski, Geschäftsführender Gesellschafter der Senator GmbH, das Unternehmen. Vorausgegangen war am 10. März 2020 eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Zwei 2017 und 2018 gescheiterte internationale Großprojekte, in die mehrere Millionen Euro investiert wurden, hatten Kahla in finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

Während der Eigenverwaltungsphase erzielte Kahla trotz Corona-Schließungen über Plan liegende Umsätze und positive Ergebnisse. Starke Onlineverkäufe und ein virtueller Porzellanmarkt kompensierten Umsatzrückgänge aus dem internationalen Handel, heißt es aus der Firma. Mit dem Verkauf des Unternehmens ist das Insolvenzverfahren nun abgeschlossen. „Dem Zusammenhalt des Kahla-Teams und den starken Partnerschaften der Marke ist es zu verdanken“, so hat sich Holger Raithel verabschiedet, „dass wir in den üblicherweise eher schwachen Sommermonaten große Kunden mit Porzellan ausstatten durften und die Corona-Krise besser meistern konnten als andere Marktteilnehmer. Ich danke allen Partnern, die geholfen haben, die Eigenverwaltung zu sichern, insbesondere den Kanzleien Wallner Weiß und HWW. Der neuen Gesellschaft wünschen meine Familie und ich viel Erfolg und den Mitarbeitern von Herzen alles Gute für die Zukunft.“

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