© Kano

Corona-Pandemie und Homeschooling haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schülern mit Geräten zum digitalen Lernen und Kommunizieren auszustatten. Schon 2005 hatte Nicholas Negroponte seine Idee eines 100-Dollar-Laptops für die Schulen in Entwicklungsländern vorgestellt, um die „digitale Kluft“ zwischen den Industrieländern und den Ländern der Dritten Welt zu schließen. Seine Initiative „One Laptop per Child“ hat international Aufmerksamkeit erregt, auch wenn der von Yves Béhar gestaltete XO-Laptop nicht alle Erwartungen erfüllen konnte.

Nun hat die Firma Kano einen neuen Laptop auf den Markt gebracht, der speziell für Kinder und pädagogische Zwecke entwickelt wurde. Gewöhnliche Laptops, die in der Schule eingesetzt werden, sind laut Kano selten so konzipiert, dass sie den Bedürfnissen von Lehrern und Kindern gerecht werden. Gehen Komponenten wie Akku, Tastatur oder Lausprecher kaputt, würde meist das gesamte Gerät entsorgt oder, verbunden mit hohen Kosten, ersetzt. Der Kano-PC ist laut Bruno Schillinger, dem Leiter für Industriedesign des Unternehmens, im Kern modular konzipiert, so dass die Benutzer ihre Geräte selbst zusammenbauen oder aktualisieren und dabei etwas lernen können.

Der unter Windows laufende Rechner zeichnet sich durch die leuchtenden Farben Orange, Blau und Rot aus, die Teil der Designsprache der Marke sind. Eine ähnliche Farbgebung war schon beim DIY Computer-Kit zu sehen, das 2013 zusammen mit Barber Osgerby entwickelt wurde. Das Gehäuse des neuen Laptops ist durchsichtig, weshalb die Nutzer über den Farbcode verschiedene Elemente identifizieren können. So blinken die Anzeigen an den entsprechenden Schaltkreisen rot bzw. blau, wenn beispielsweise das Netzkabel oder die Lautsprecher eingesteckt sind. „Wir haben diese Designsprache entwickelt, damit nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler Geräte reparieren können, falls sie nach längerer Benutzung einmal kaputt gehen sollten – sie sind so konstruiert, dass sie robust genug für den Klassenraum sind, aber gleichzeitig so zugänglich, dass sie repariert werden können“, sagt Schillinger. Modular aufgebaut ist der PC somit nicht nur aus praktischen, sondern auch aus pädagogischen Erwägungen.

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