© Rewe, Vytal

Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland bietet REWE ein kostenloses Mehrwegsystem für die Salatbar an. Kooperationspartner ist das Kölner Start-up Vytal, das ein pfandfreies digitales Mehrwegsystem für Verpackungen betreibt. Das auf die besonderen Anforderungen in Supermärkten angepasste Konzept wird zunächst an fünf Standorten in Köln getestet. Fertiggerichte verursachen in Deutschland am meisten To-Go-Müll, wobei der Großteil auf Schalen, Boxen, Becher und Teller entfällt, die zum einmaligen Transport der Speisen verwendet werden. Bundesweit verfügen rund 2200 REWE-Märkte über eine Salatbar, die von den Kunden jährlich millionenfach genutzt werden.

Zentrales Element des Mehrwegsystems ist eine stabile Schale aus Kunststoff, die sich mit dem dazugehörigen Deckel auslaufsicher verschließen lässt. Die Schale fasst 1250 ml, ist spülmaschinenfest und für die Mikrowelle geeignet. Die Besonderheit: Das System funktioniert ganz ohne Pfand. Die Ausleihe läuft über eine kostenlose App, der Nutzer kann aber auch auf anderen Wegen an die Schale kommen. Das Ganze funktioniert so: Als „Schlüssel“ zur Mehrweg-Schale fungiert der individuelle QR-Code aus der App oder von der Offline-Karte des Kunden. Den Code scannt man an der Ausgabestation ein, nimmt die Schale aus dem Ausgabefach und kann sie dann an der Salatbar wie gewohnt befüllen. An der Kasse wird beim Abwiegen des Inhalts das Eigengewicht der Schale automatisch abgezogen. Danach hat der Kunde 14 Tage Zeit für die kostenlose Rückgabe.

Wird die Schale innerhalb von 24 Stunden zurückgegeben, muss sie nicht gespült, sondern nur vollständig entleert, grob gereinigt und dicht verschlossen sein. Bei einer längeren Ausleihe wird der Kunde gebeten, die Schale kurz mit kaltem Wasser auszuspülen. Auch die Rückgabe erfolgt in wenigen Schritten: Man scannt den QR-Code auf dem Deckel, die Schiebetür der Rücknahmestation öffnet sich, man legt die Schale hinein und schließt die Tür wieder. Wurde die Schale leer und mit Deckel zurückgegeben, wird sie ausgebucht und der Kunde erhält eine Rückgabebestätigung auf sein Handy. Grundsätzlich kann der Kunde die geliehene Mehrwegschüssel auch bei jedem anderen Partner, der mit Vytal zusammenarbeitet und von der App angezeigt wird, zurückgeben. „Wir wollen Mehrweg so einfach machen wie Einweg“, erklärt Sven Witthöft, Mitgründer des Start-ups, die Geschäftsidee. Schon heute hat das Unternehmen mehr als 200 Partner, unter anderem in Köln, Berlin, Hamburg, München und Freiburg.

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