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Die Ausstellung im Musée du Luxembourg zeigt noch bis zum 11. August, wie eng Design und Sport miteinander verbunden sind. 150 Exponate veranschaulichen die ständige Weiterentwicklung von Sportgeräten und deren Einfluss auf Leistung und Ästhetik.

Match. Design & Sport im Musée du Luxembourg
Ausstellung „Match. Design & Sport“ im Pariser Musée du Luxembourg

Sport in allen seinen Spielarten hat einen enorm hohen Stellenwert, nicht zuletzt für das Design. Rund um die vielen Athletinnen und Athleten, die sich in diversen Wettkämpfen messen, ist ein „Kult der Perfektion“ entstanden, der nicht nur die Körper und Fitness der Sportler*innen betrifft, sondern auch deren Ausrüstung. Schnittige Anzüge und elegante Trikots heben sie aus der Masse heraus, optimierte Sportgeräte schützen sie und verbessern ihre Leistung wie göttliche Prothesen.

Die anlässlich der Olympischen und Paralympischen Spiele konzipierte und von Konstatin Grcic kuratierte Ausstellung „Match. Design & Sport“ im Pariser Musée du Luxembourg, zeigt noch bis zum 11. August anhand zahlreicher Beispiele, wie Design und Sport Hand in Hand gehen. 

Grcics Interesse an dem Thema reicht nicht nur weit zurück, es wirkte geradezu prägend. Schon als Junge habe er wie besessen Kataloge von Sportgeräten studiert, sei von deren Design, das Energie, Schönheit, Technologie und Funktionalität vereine, fasziniert gewesen: „Man könnte sagen“, so Grcic, „dass der Sport mein erster Designlehrer war“. Nicht nur die Athletinnen und Athleten versuchen ständig, ihre Leistung zu verbessern, auch ihre Ausrüstungen sind permanent in Entwicklung begriffen. „So wie Nahrungsergänzungsmittel und tragbare Technologien zu schrittweisen körperlichen Veränderungen beitragen“, heißt es, „so entwickeln sich auch die Ausrüstung und die baulichen Umgebungen des Sports ständig weiter“. 

Grcic hat für „Match“ 150 historische und ikonische Stücke ausgewählt – kommerzielle Produkte, Prototypen, Modelle, Zeichnungen, Drucke, Filme und Anwendungen. Es geht um Stadien, Sportplätze und Spielfelder, um festgelegte Codes und Typologien, um Piktogramme, Rasse, Geschlecht und Religion, um Inklusion und Exklusion – und vieles mehr.

Sportbekleidung, vom Boxen bis zum Tennis, mag das A und O jeder sportlichen Betätigung sein, doch auch die grafische Sprache globaler Sportereignisse bis hin zum Muster eines einfachen Sport-BHs macht deutlich, dass Design eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung gesellschaftlicher Werte spielt, die weit über die Parameter des Sports hinausreicht. Dementsprechend wird in der Schau die Bedeutung der Ausrüstung von Para-Sportlerinnen ebenso reflektiert wie die von Schachcomputern auf dem Weg zur KI. Und nicht zuletzt wird danach gefragt, ob sich auch im Bereich des Sports der Schwerpunkt des Designs von der Gestaltung physischer Geräte hin zur Immaterialität von Datenanalysen entwickeln wird.


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