Wilhelm Seibel mit einem Großmodell von Peter Raackes „Mono A“, Foto: Stephan Köhlen

Menschen im Design – Jubiläum: 60 Jahre Mono

Zugegeben, Mono ist keine Person, aber dass diese Marke jetzt ihren 60. Geburtstag feiert, ist vor allem Menschen zu verdanken. Schon 1895 gründete Wilhelm Seibel in Mettmann eine Metallwarenfabrik – womit eine bewegende Unternehmensgeschichte in der Besteckwarenindustrie mit weiteren Gründungen, Zusammenlegungen und Schließungen ihren Lauf nahm. In den 1950er-Jahren, in denen Design für die Bundesrepublik sozusagen wiederentdeckt wurde, erhielt der Designer Peter Raacke von der Firma den Auftrag, ein neues Besteck zu entwickeln. 1959 kam das inzwischen legendäre und zu den Klassikern der deutschen Designgeschichte gehörende Besteck „Mono A“ auf den Markt. Mit seinen gestreckten geraden Linien, präzisen, geradezu als eckig zu bezeichnenden Kanten und einer schlichten, im Vergleich eher unscheinbaren Gesamterscheinung, war das Besteck zu seiner Zeit eine Revolution auf dem Esstisch. Es konnte sich trotzdem auf den internationalen Märkten durchsetzen und wird bis heute hergestellt. Allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es der Familie Seibel bis heute – Wilhelm Seibel führt die Firma in fünfter Generation –, dem Gestaltungsanspruch des Unternehmens treu zu bleiben und sein Programm weiter zu entwickeln. Was deutlich macht: Ohne Menschen und Qualität geht es im Design auf Dauer nicht.

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