Zeev Aram in seinem Laden in Covent Garden, Foto: Jessica Klingelfuss /von Seite https://www.aram.co.uk/blog/zeev-aram-obe.html

Zeev Aram, Gründer und Vorsitzender von Aram Designs, ist am 18. März im Alter von 89 Jahren in London gestorben. Arams Leben verlief ereignisreich. Als Sohn der jüdischen Hoteliers Palma und Aaron Ungar im rumänischen Cluj geboren, flohen er und seine Familie aus dem Transsylvanien des Zweiten Weltkriegs 1940 nach Palästina. 1957 kam Zeev Aram zum Studium nach England und wurde im Swinging London der 1960er-Jahre Teil der Designszene der King‘s Road. Nach seinem Abschluss an der Central School of Art and Design hatte er zunächst in den Architekturbüros von Ernö Goldfinger, Sir Basil Spence & Partners und Andrew Renton & Associates gearbeitet, nach wenigen Jahren aber sein eigenes Designbüro gegründet. Aram entwarf Innenräume, Möbel, Grafiken, machte Ausstellungs- und Produktdesign. In seinem 1964 in der King‘s Road eröffneten Laden führte er italienisches Design auf dem britischen Markt ein. Hier präsentierte er Produkte von Gavina, Flos, Zanotta und Artemide mit Entwürfen von Marcel Breuer, den Brüdern Castiglioni, Le Corbusier, Carlo Scarpa, Vico Magistretti, Archizoom, Superstudio und vielen anderen.

Unter seinen Kunden war auch der Maler David Hockney, der in einem seiner Porträts einen von Aram gestalteten Glastisch zusammen mit einem Stuhl von Mies van der Rohe verwendete. 1973 zog Aram Designs in ein größeres Gebäude in Covent Garden um. In den 1970er Jahren begann auch die Zusammenarbeit von Eileen Gray mit Zeev Aram – um ihre Möbel und Leuchten zur Serienreife zu bringen. 1973 übertrug sie die weltweiten Rechte zur Produktion und Distribution ihrer Entwürfe an seine Firma. Aram war zudem Direktor der Aram Gallery for Experimental and New Design, einer nicht-kommerziellen Galerie, die experimentelles Design zeigte und u.a. in einer Reihe von Absolventenausstellungen junge Designer wie Thomas Heatherwick und Jasper Morrison vorstellte. 2018 wurde Zeev Aram für sein Lebenswerk mit dem Compasso d’Oro ausgezeichnet.

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