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Manfred Thierry Mugler
Manfred Thierry Mugler. Foto: Reinier RVDA © 2021

Zum prägnanten Look der „Mugler-Frau“ gehören gepolsterte Schultern, tief ausgeschnittene Dekolletés, und eine Sanduhr-Taille. Bekannt gemacht haben ihn in den 1970er-Jahren Topmodels von Jerry Hall bis Kim Kardashian. Zu den Höhepunkten von Muglers Schaffens gehören denn auch die extravaganten und futuristischen Modelle aus den Kollektionen „Les Insectes“ und „La Chimère“ von 1997/1998. Thierry Mugler, der am 21. Dezember 1948 in Straßburg geboren wurde, zählt in der Welt der Mode zu den ganz Großen. Mit extravaganten theatralischen Gesten und in Science-Fiction-Fantasien ausgreifenden Entwürfen und Inszenierungen konnte er ganze Welten prägen. Haute Couture, Prêt-à-porter, Parfums, Fotografien, Shows – Mugler war in vielen Bereichen erfolgreich. Mit farbenfrohen Modenschauen, exzentrischen Fetischmodellen, extravaganten Kulissen und immer wieder überraschenden Kollektionen prägte er seinen ganz eigenen Stil.

Mit 14 Jahren wurde Thierry Mugler in das Ballettcorps der Opéra du Rhin aufgenommen; anschließend studierte er in Straßburg Kostümdesign an der École supérieure des Arts Décoratifs. Schon damals schneiderte er seine ersten Entwürfe aus Kleidern vom Flohmarkt. Mit Zwanzig zog es ihn nach Paris und er begann, für verschiedene Modehäuser in Paris, London und Mailand zu arbeiten. Das Theatralische – Oper, Drama – mit Bezügen zu Wagner und Beethoven wurde zu einem Charakteristikum seiner Kreationen. 1973 gründete er unter dem Namen „Café de Paris“, sein eigenes Label, ein Jahr später die Firma „Thierry Mugler“. Seine ebenso anspruchsvollen wie prägnanten Entwürfe wurden schnell bekannt. Erste Höhepunkte erreichte seine Karriere mit der Gestaltung der Kostüme für David Bowie und Klaus Nomi.

Was die Inszenierung großangelegter Modeschauen vor Tausenden von Zuschauer/innen angeht, leistete Mugler Pionierarbeit. Er wusste, wie man Models und Modelle ins rechte Licht rückt, wobei er von den Requisiten bis zum Soundtrack alles kontrollierte. Sein erstes Damenparfüm „Angel“, das 1992 auf den Markt kam, war ein so großer Erfolg, dass es an der Ladentheke sogar dem legendären Chanel N°5 Konkurrenz machte. 1997 übernahm der Kosmetikkonzern Clarins die Markenrechte. Kurz nach der Jahrtausendwende zog sich Mugler aus der Modewelt und seiner Marke (die damals schon dem L’Oréal-Konzern gehörte) zurück. Unter seinem persönlichen Namen Manfred Thierry Mugler fing er vor einigen Jahren wieder an, auffällige Sonderanfertigungen für Stars wie Lady Gaga, Beyoncé, Kim Kardashian und Cardi B zu entwerfen. Gestaltet hat Mugler auch seinen eigenen Körper. Er betrieb intensives Bodybuilding, unterzog sich zahlreichen Schönheitsoperationen, meditierte, machte Yoga und ließ sich fortan „Manfred T. Mugler“ nennen. Die großangelegte Retrospektive „Thierry Mugler: Couturissime“, die 2019 im Museum of Fine Arts in Montreal startete, ist noch bis zum 24. April im Musée des Arts Décoratifs in Paris zu sehen. Am vergangenen Sonntag ist der Designer im Alter von 73 Jahren gestorben.

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