Pegaso, Z-102 (1958)
Pegaso, Z-102. © FMGB Guggenheim Bilbao Museoa, 2022

Das Ende des Verbrennungsmotors ist in vielen Ländern bereits beschlossen. Die Automobilindustrie befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Je weiter die Umstellung voranschreitet, neue Wertschöpfungsketten entstehen und innovative Technik neben Antrieb und Steuerung auch das Design verändert, umso deutlicher wird, dass die Ära klassischen Automobildesigns an ein Ende gekommen ist. Das Guggenheim Bilbao feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und auf dem Programm des Jubiläumsjahrs steht noch bis zum 18. September die Schau „Motion! Autos, Art, Architecture“. Die von Lord Norman Foster kuratierte und von der Norman Foster Foundation gestaltete Schau will nicht nur der Schönheit klassischer Karosseriegestaltung huldigen, sie will die technischen und künstlerischen Dimensionen des Automobils vielmehr mit den parallelen Welten von Malerei, Skulptur, Architektur, Fotografie und Film verbinden.

Wie Technologie und Design zusammenwirken, zeigt beispielsweise der Einsatz des Windkanals. Dieser hat nicht nur zum aerodynamischen Design der Fahrzeuge beigetragen, sondern auch dazu, bei geringerem Energieverbrauch schneller fahren zu können. Darüber hinaus hat die Aerodynamik auch das Industriedesign und die Gestaltung von Haushaltsgeräten bis hin zu Lokomotiven verändert. Die Ausstellung versammelt etwa vierzig Automobile, die, was Schönheit, Seltenheit, technischen Fortschritt und Zukunftsvision angeht, zu den besten ihrer Art gehören und bedeutenden Werken aus Kunst und Architektur eingerahmt werden. Schließlich hat keine andere Erfindung Mobilität derart individualisiert und den modernen Lebensstil so stark geprägt, keine andere das Aussehen und Organisation der Städte, Gestalt und Funktion der Landschaft so grundlegend verändert wie das Auto.

Unter den Automobilen, die in direktem Bezug zur Architektur stehen, ist auch Buckminster Fullers „Dymaxion Car“; den Entwurf seines Lehrers von 1933 hat Foster 2010 nachbauen lassen. Gezeigt wird auch der „Voisin C7 Lumineuse“ von 1925, ein Fahrzeug, das Le Corbusier nicht nur besaß, sondern auch vor seinen Häusern fotografieren ließ, zumal das Unternehmen seinen berühmten „Plan Voisin“ finanzierte. Da wir an der Schwelle zu einer neuen Revolution der elektrischen Energie stehen, könnte, so Lord Foster, die Ausstellung auch „als ein Requiem für die letzten Tage der Verbrennung“ gesehen werden. Der aufwendig illustrierte Katalog enthält auch 38 kurze Essays von Expert/innen, zu Themen und Inhalten der Ausstellung.


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