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Floriane Mathea, Kiwi. Plakate machen aufmerksam. 150 Jahre Litfaßsäule, Deutschland, 2006, Museum Folkwang, Essen, © Fachverband Aussenwerbung e.V.

In diesem Jahr begeht das 1902 von Karl Ernst Osthaus in Hagen gegründete Museum Folkwang sein 100-jähriges Jubiläum am Standort Essen. Nach dem Tod von Osthaus 1921 war seine Sammlung nach Essen verkauft worden, wo sich der Folkwang-Museumsverein mit dem Ziel konstituierte, sie zu erwerben. Seit 1922 ist die Kollektion, die Werke des Impressionismus, des Expressionismus, des Surrealismus und weiterer Richtungen der Moderne enthält, im gemeinsamen Eigentum des Folkwang-Museumsvereins und der Stadt Essen. Das Jubiläumsprogramm steht ganz im Zeichen der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Museums und seiner Rolle in der Stadt. In diesem Rahmen wird vom 8. April bis zum 28. August 2022 auch die Plakatausstellung „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ gezeigt.

Schon für Karl Ernst Osthaus (1847 bis 1921) spielte das Plakat eine wichtige Rolle. Zur Sammlung seines 1909 gegründeten Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe in Hagen, mit dem er durch Wanderausstellungen vorbildlichen Kunstgewerbes auf die Umgestaltung des gesellschaftlichen Lebens durch Kunst abzielte, gehörte auch ein Konvolut von Plakaten der besten Gestalter/innen Deutschlands. Nach Osthaus‘ Tod ging die Sammlung an das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld. Als das 1974 gegründete Deutsche Plakat Museum 2008 zu einer Abteilung des Museum Folkwang wurde, schloss sich somit dort auch eine Lücke hinsichtlich kreativer Leistungen angewandter Kunst.

Die umfangreiche Ausstellung reicht von den Vorläufern des Plakats im 18. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Anhand von wichtigen Beispielen der Plakatgeschichte, u. a. von Lucian Bernhard, Isolde Baumgart, Hans Hillmann, Alfons Maria Mucha, Henri de Toulouse-Lautrec und Charles Paul Wilp, wird ein kultur- und medienhistorischer Blick auf die Welt der Werbung geworfen. Neben der Gestaltung des Plakats lenkt die Schau die Aufmerksamkeit auch auf dessen Präsentationsformen – vom „wilden Kleben“ über die Litfaßsäule bis in die digitale Gegenwart und Zukunft. Mehr als 300 ausgewählte Plakate, über 30 frühe Anschlagzettel, Karikaturen, Illustrationen und zahlreiche Fotografien sollen aufzeigen, wie entscheidend eine Präsentation im öffentlichen Raum für Wahrnehmung und Wirkung ist und über die Beziehung von Werbung und öffentlichem Raum aufklären. Einen Ausblick in die Zukunft bietet das neueste Modell einer Haltestelle für den öffentlichen Nahverkehr, in der Werbung, Information, Dachbegrünung und Stadtmöbel eine Einheit bilden. Aktuell wird der öffentliche Auftritt des Plakats durch interaktive Elemente mit direkter Ansprache und zielgruppenorientierte Aussteuerung erweitert.


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