Nutshell Cooler
© Nutshell Coolers

Die Schale einer Kokosnuss schützt das Wasser im Inneren der Nuss und hält es bei Hitze kühl. Auch am Strand, im Garten oder beim Camping sind kühle Speisen und Getränke eine gute Sache. Für die Landwirte, die Kokosnüsse ernten, sind die Schalen trotzdem nichts als Abfall. Milliarden von Kokosnussschalen werden jedes Jahr verbrannt, wobei gesundheitsschädlicher Rauch entsteht und Tonnen von CO2 in die Atmosphäre gelangen. Dass Kokosfasern auch sinnvolle Verwendung finden können, zeigt das Projekt einer Kühltasche, die statt des oft als Isolierschicht eingesetzten Kunststoffschaums als Abfallprodukt der Kokosnussfleisch-Industrie anfallende Kokosfasern verwendet.

Der Nutshell Cooler, so seine Macher, halte Eis länger gefroren als die meisten Plastikalternativen auf dem Markt. Auf Kickstarter ist das Projekt so beliebt, dass es nur wenige Stunden brauchte, um sein Ziel von 30.000 Dollar zu erreichen. Die Kampagne läuft noch. „Wir haben die Nutshell Coolers entwickelt, um zu zeigen, dass es eine echte Nachfrage nach nachhaltigeren Materialien und sinnvollerer Outdoor-Ausrüstung gibt, und wir wussten, dass es dafür ein besonderes Produkt braucht“, sagt David Cutler, Mitbegründer und CEO von Fortuna Cools. „Wir freuen uns, dass nicht nur das Design, die Wirkung oder die Marke die Menschen anspricht, sondern alles zusammen.“

Die Schalen stammen von Bauern auf den Philippinen. Das Isoliermaterial wurde zusammen mit Ingenieuren und philippinischen Kokosnussbauern entwickelt. Die Isolierung befindet sich in einer zusammenfaltbaren Tasche, deren Hülle und Innenfutter aus zu 100% recyceltem Polyester besteht. Die Isolierung funktioniert deshalb so gut, weil jede einzelne Kokosfaser Tausende von winzigen eingeschlossenen Lufttaschen enthält, im Prinzip nicht anders als bei einer Isolierung aus Styropor. Für die Isolierung jeder Tasche werden die Schalen von 24 Kokosnüssen verwendet. Laut Cutler werden auf den Philippinen jedes Jahr 15 Milliarden Kokosnüsse produziert. Die philippinische Kokosnussbehörde schätzt, dass derzeit lediglich 8% der Schalen verwendet werden. Deshalb bestehe keine Gefahr, dass die Kühlboxen das Angebot an Kokosfasern verringern werde. Eine höhere Nachfrage würde im Gegenteil mehr Bauern helfen und die Abhängigkeit von neuem Plastik verringern.

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