Foto: Margret Hoppe

Ende Juni wurde in Leipzig ein ganz besonderes Bauwerk eingeweiht. Bei der Niemeyer Sphere“ handelt sich um einen der letzten Entwürfe des international bekannten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer. Und das kam so: Ludwig Koehne, Gesellschafter von Kirow Ardelt und HeiterBlick, Unternehmen, die in Leipzig Eisenbahnkräne und Straßenbahnen bauen, nutzte eine Geschäftsreise nach Brasilien, um sich die Hauptstadt Brasilia anzuschauen. „Die Niemeyer-Gebäude dort“, berichtete er in einem Interview mit der Kunstzeitschrift monopol, „waren in ihrer Kraft und Vitalität eine Offenbarung für mich. Zwei Jahre später dann lag ich nach einem Ski-Unfall in einem Hotelbett im Engadin. Die Wirtin hatte einen Bekannten, der sich dort von Niemeyer ein Haus bauen ließ. Gleichzeitig hatte ich in Leipzig einen Kantinenchef, der dort mehr als nur Kantinenessen kochen wollte. Ich hatte also Zeit zum Nachdenken: Und da ich von da an Zugang zu Niemeyer hatte, kombinierte ich meine Gedanken.“ Koehne schrieb einen Brief an den Architekten, in dem die Idee einer Kantinenerweiterung für den Standort ins Gespräch gebracht wurde. Wenig später war die Idee eines Turm- und Kugelbaus geboren, der nach Niemeyers Tod in enger Zusammenarbeit mit Jair Velara, dem Büroleiter des Studios Oscar Niemeyer, realisiert wurde. Die „Niemeyer Sphere“, wie der Bau in Leipzig heißt, kann ab September besichtigt und das Restaurant gebucht werden. In einem Filmbeitrag des mdr kann man zudem verfolgen, wie sich das mit Flüssigkristallen ausgestattete Glas der geodätischen Kuppel innerhalb der Kugel bei Bedarf verdunkeln lässt.

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