Reuse, Renew, Recycle: Ausstellung im Museum of Modern Art
© 2021 The Museum of Modern Art. Foto Robert Gerhardt

China hat in den vergangenen Jahrzehnten einen unvergleichlichen Bauboom erlebt, der das Land „zur größten Baustelle der Menschheitsgeschichte“ gemacht habe. Nachdem zunächst von oft westlichen Stararchitekten urbane Megaprojekte und spektakuläre Signature-Architekturen entworfen wurden, hat eine neue Generation unabhängiger chinesischer Architekt/innen diesen Ansatz in Frage gestellt. Mit der Ausstellung Reuse, Renew, Recycle: Recent Architecture from China widmet sich das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) noch bis zum 4. Juli 2022 dem Engagement dieser Architekt/innen für soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Organisiert haben die Schau, beraten von Prof. Li Xiangning von der Tongji-Universität in Schanghai, Martino Stierli, Philip Johnson Chefkurator für Architektur und Design, und Evangelos Kotsioris, Assistenzkurator der Abteilung für Architektur und Design.

Vorgestellt werden in „Reuse, Renew, Recycle“ acht Projekte, die eine Vielzahl von Ansätzen enthalten – von der Wiederverwendung ehemaliger Industriegebäude über das Recycling von Baumaterialien und die Neuinterpretation alter Bautechniken bis hin zur wirtschaftlichen Erneuerung einzelner Dörfer und ganzer Regionen. Dabei setzen sich die Architekt/innen für kleine Eingriffe ein, die sich sinnvoll mit der bestehenden gebauten Umwelt und den sozialen Strukturen auseinandersetzen. „Wie bei jeder neuen Generation“, so der in Peking lebende Architekt Zhang Ke, „beginnt man damit, zu den ursprünglichen Fragen zurückzukehren, zurück zu den Grundlagen, um neu zu denken und zu fragen, wie die Architektur unserer Zeit aussehen könnte“.

Aus dieser Haltung sind einige der fantasievollsten Bauwerke des heutigen Chinas entstanden, die anhand von Modellen, Zeichnungen, Modellen, Fotografien und Videos vorgestellt werden und aufzeigen, wie zeitgenössische Architektur im unverwechselbaren kulturellen Kontext des Landes verankert werden kann. Von den gewölbten Decken des kaiserlichen Ofenmuseums von Jingdezhen in Jiangxi über ein Freilichttheater aus Bambus im Dorf Hengkeng im Bezirk Songyang bis hin zu einer ehemaligen Zuckerfabrik, die in ein Hotel umgewandelt wurde, präsentiert die Ausstellung eine Reihe kühner Interventionen, die als Blaupause für ressourcenbewusste und sozial orientierte architektonische Praktiken nicht nur in China dienen.

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