Richard Herre. Ausstellung in Stuttgart

1925 beauftragte der Deutsche Werkbund Ludwig Mies van der Rohe mit der Organisation der Ausstellung „Die Wohnung“. Die 1927 in Stuttgart eröffnete Schau gliederte sich in vier Bereiche, als deren bedeutendster die Weißenhof-Siedlung als Experimentierfeld für neuartige Konstruktionsweisen und Baumaterialien gilt. Bis heute werden mit der legendären programmatischen Ausstellung vor allem die großen Namen der Architekten der 1920er-Jahre in Verbindung gebracht. Idee und Ausgangspunkt aber war eine Gruppe junger Stuttgarter Architekten, deren Namen heute kaum noch jemand kennt. Einer von ihnen war der Architekt, Designer, Grafiker und Übersetzer Richard Herre (1885 bis 1959). Dessen von seinem Sohn, dem Architekten Frank Herre, und seinem Enkel, dem Musiker Max Herre, aufgearbeitetes Werk, wird nun in einer Ausstellung im Stuttgarter StadtPalais gewürdigt, die Richard Herre in den Kontext der Stuttgarter Avantgarde der 1920er-Jahre einordnet. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 1. März 2020. Darüber hinaus wird das Unternehmen e15, wie es dies bereits mit anderen Protagonisten der Moderne getan hat, mit dem Stuhl „Stuttgart“ und dem Kelim „Zet“ Entwürfe von Richard Herre aus dem Jahr 1926 neu auflegen.

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