© MD-2 Architects

Noch ist nicht abzusehen, wann die Covid-19-Pandemie überstanden und Kultureinrichtungen ohne Einschränkungen zugänglich sein werden. Gleichwohl öffnen derzeit weltweit wieder Museen, Galerien, Theater und andere Kulturräume. Welche Schutzmaßnahmen dabei zu beachten sind, ist von Land zu Land, oft auch von Region zu Region verschieden. Zwei Designstudios haben nun Vorschläge veröffentlicht, in denen sie innovative und effektive Maßnahmen vorschlagen, die Museen zur Sicherheit von Besuchern und Personal anwenden können. Für Het Nieuwe Instituut in Rotterdam haben MD-2 Architects Draughtsman entwickelt, eine vom Schachbrettmuster inspirierte räumliche Agenda. Die Idee basiert auf einer klaren Raumaufteilung, definierten Verkehrsbereichen und Vorschlägen, wie man sich Objekten in einer Ausstellung nähern kann. Der Boden gibt dabei sichtbar die Regeln vor: Schwarze Quadrate werden für den Rundgang verwendet, wobei man sich diagonal zu einem angrenzenden freien Feld bewegt. Weiße Quadrate hingegen dienen der Ausstattung des Raumes. Das Team versteht seine Intervention zugleich als Lösungsvorschlag und Einladung, bislang gewohnte Pfade zu verlassen. Ein Toolkit für die Wiedereröffnung von Museen hat auch das im New Yorker Stadtteil Brooklyn ansässige Designbüro Isometric Studio veröffentlicht. Unterteilt in drei Hauptabschnitte werden Ideen für Ausstellungen in Innen- und Außenbereichen sowie im virtuellen Raum entwickelt. Empfohlen werden beispielsweise Timeslots für den Zugang, Gesichtsmasken statt Tickets, sowie Grafiken und Beschilderungen auf dem Boden, um den Rundgang der Besucher entsprechend zu organisieren. Detailreich werden Raumaufteilungen und Rundgänge, die Belüftung der Räume, Tools und Frameworks vorgeschlagen, mit denen der Kontakt minimiert und gleichzeitig die Wirkung maximiert werden kann. Ziel des Projekts ist es, Museen in die Lage zu versetzen, sicher und mit neuem Ziel wieder öffnen zu können. In einer Zeit der Gesundheitskrise und des sozialen Wandels seien Museen wichtiger denn je, erklärte das Studio: „Sie haben die einzigartige Fähigkeit, uns zu helfen, aus der Geschichte zu lernen, diese schwierigen Zeiten zu verstehen und neue Sprachen und Ikonografien zu entwickeln, um uns eine gerechtere Welt vorzustellen und aufzubauen. Wir hoffen, dass die in diesem Toolkit angebotenen Designstrategien als Grundlage für Museen dienen können, um diese wichtige Mission weiterhin zu erfüllen.“ Das Toolkit von Isometric Studio kann auf der Website heruntergeladen werden.

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