Ab Ende 2022 will die RMV 27 Wasserstoffzüge vom Typ Coradia iLint einsetzen
Ab Ende 2022 will der Rhein-Main-Verkehrsverbund 27 Wasserstoffzüge vom Typ Coradia iLint im Einsatz haben, © Alstom 2021

Weil Oberleitungen fehlen oder baulich nicht umsetzbar sind, werden derzeit noch 30 bis 35% aller Strecken des Rhein-Main-Verkehrsverbundes mit Dieselloks befahren. Zugleich will die Deutsche Bahn bis 2040 klimaneutral sein. Das heißt: keine Dieselloks und auch keine Diesel-Busse mehr. Was eine möglichst CO2-neutrale Mobilität auf der Schiene angeht, wurden die Signale in Hessen nun auf grün gestellt. Von Ende kommenden Jahres an werden 27 Züge des neuen Fahrzeugtyps Coradia iLint der Firma Alstom auf den Taunus-Linien RB 11, RB 12, RB 15 und RB 16 mit Wasserstoff-Technologie emissionsfrei fahren und die bisherigen Diesel-Züge ersetzen. Die Wasserstoff-Zugflotte soll dann die größte weltweit und die erste in einem dauerhaften Regelbetrieb sein.

Der Coradia iLint ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Der emissionsfreie Zug ist geräuscharm und gibt lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab. Mit einer Wasserstoff-Füllung haben die Züge eine Reichweite von 1000 km, auch bei laufender Klimaanlage oder Heizung. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 140 Km/h. Die Züge sollen im Industriepark Höchst betankt und im Instandhaltungswerk von DB Regio in Griesheim gewartet werden. Jeweils die Hälfte der Flotte soll pro Tag betankt werden; jeder Tankvorgang dauert, ähnlich wie bei einer Diesellok, etwa 15 Minuten.

Damit entwickeln die DB Regio, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Alstom und Infraserv Höchst als Betreiber des Industrieparks die Wasserstoff-Infrastruktur im Rhein-Main-Gebiet weiter. Der erste Spatenstich für die Wasserstoff-Zugtankstelle im Industriepark hat bereits stattgefunden; im dritten Quartal 2022 sollen die Alstom-Züge dann ausgeliefert werden. Bis dahin muss allerdings noch geklärt werden, wer die Züge betreibt. Der Auftrag werde in den nächsten Wochen ausgeschrieben, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Einer der Bewerber werde die DB Regio sein.

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