Digital Mastery-Studie 2020, © 2021 Capgemini

Die digitale Transformation kommt voran. Knapp zwei Drittel der Unternehmen weltweit verfügen heute über die digitalen Fähigkeiten (60%) und Führungskompetenzen (62%), die für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation erforderlich sind. Im Jahr 2018 lag der Anteil in beiden Bereichen noch bei jeweils 36%. Das geht aus der aktuellen Studie des Capgemini Research Institute „Digital Mastery 2020: How Organizations have progressed in their digital Transformations over the past two Years“ hervor, für die weltweit 1000 Führungskräfte aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen befragt wurden. Am besten schneidet mit 73% der Einzelhandel ab (2018 waren es noch 37%). Der Anstieg verdankt sich Händlern, die die steigende Nachfrage nach Online-Angeboten erkannt und sich stärker auf den E-Commerce ausgerichtet haben. An zweiter Stelle folgt die Telekommunikationsbranche mit 71% (2018: 38%). Ihr sei es vielfach gelungen, „das Werteversprechen für den Kunden neu zu gestalten und umfassende digitale Erlebnisse zu schaffen“. Bei den digitalen Fähigkeiten den größten Zuwachs verzeichnet der Automobilsektor, der seinen Anteil von 32% im Jahr 2018 auf nun 69% steigern konnte. Investitionen in autonomes Fahren, Mobilität, Elektrifizierung und Konnektivität hätten besonders die Innovation der Geschäftsmodelle beschleunigt.

Um zu verstehen, wie Unternehmen ihre digitalen Fähigkeiten weiterentwickelt haben, wurden vier Kategorien betrachtet: Talent und Organisation, Operations, Innovation von Geschäftsmodellen sowie Customer Experience (CX). Unternehmen, die bei digitalen Kompetenzen und Führungsfähigkeiten führend sind, konnten den Abstand zu ihren Wettbewerbern vergrößern. Dabei habe die Corona-Pandemie diese Entwicklung beschleunigt. 68% der Unternehmen mit einem Umsatz von 10 Mrd. US-Dollar oder mehr gaben an, über die erforderlichen digitalen Fähigkeiten zu verfügen. Bei Unternehmen mit weniger als 10 Mrd. US-Dollar Umsatz ist der Anteil mit 55% deutlich niedriger. Bei den Führungskompetenzen geben 57% dieser Unternehmen an, über die erforderlichen Führungskompetenzen zu verfügen.

Auch was die Motivation der Mitarbeiter angeht, bei der digitalen Transformation mitzuwirken, sind Verbesserungen zu verzeichnen. Beziehen heute 63% der Unternehmen ihre Mitarbeiter in ihre digitalen Initiativen ein, waren es 2018 lediglich 36%. Dennoch investierten bislang weniger als die Hälfte der Unternehmen (48%) in den Aufbau von Soft Skills wie emotionale Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Zusammenarbeit. Ein weiterer Aspekt: Obgleich sich die Verbraucher zunehmend für den ökologischen Fußabdruck von Unternehmen und die Auswirkungen des Klimawandels interessieren, zeigt die Studie, dass derzeit nur 45% der Unternehmen Investitionen, Projekte und Engagement im Bereich Nachhaltigkeit vorantreiben.

Um die digitale Transformation weiter voranzutreiben, sollten Unternehmen das Mitarbeitererlebnis neu erfinden, die Vorteile einer flexiblen Belegschaft nutzen und sicherstellen, dass die Sozialleistungen für die Mitarbeiter an die Herausforderungen des digitalen Zeitalters angepasst sind. Es sollten robuste Daten- und Plattformkapazitäten aufgebaut, neue Geschäfts- und Engagement-Modelle skaliert, aber auch Purpose und Nachhaltigkeit als Kernelemente in die Unternehmenskultur integriert werden. Dabei gelte es, Technologie immer unter beiden Aspekten – dem der digitalen Transformation und der Nachhaltigkeit – zu betrachten.

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