Pfeilschnell und schweizerisch: Swissair verband Komfort, Stil und Luxus gekonnt miteinander und machte Fliegen zu einem Erlebnis: Ein Beitrag zum Design, das die Swissair abheben ließ.

Von Thomas Wagner.

DC-10-30 HB-IHA im Flug über Yavapai County, Arizona
DC-10-30 HB-IHA im Flug über Yavapai County, Arizona. Foto: Swissair. Veröffentlicht von Wikimedia Commons, gemeinfrei nach UrhG §64. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.
Swissair Logo der 50er bis 70er Jahre
Swissair Logo der 50er bis 70er Jahre. © Swissair. Veröffentlicht von Wikimedia Commons, gemeinfrei nach UrhG §64. (Quelle)

Das Swissair-Design steht noch heute für ein Lebensgefühl von Komfort, Zuverlässigkeit, Stil und Luxus. Es war 1951, als der Zürcher Grafiker Rudolf Bircher mit seinem Entwurf den ersten Preis in einem Wettbewerb zur Gestaltung eines Signets für die aufstrebende Fluggesellschaft gewann. Von allen Schriftzügen und Logos der Airline ist Birchers Flugzeug im Piktogramm-Stil wohl das prägnanteste. Der horizontale Pfeil mit stilisierten Flügeln und dem Schriftzug „Swissair“ in Groteskschrift vermittelt Dynamik und Stabilität zugleich. Luftverkehrsverbindungen, schrieb Bircher, seien horizontal, weshalb das Signet weder senkrecht nach oben noch nach unten gezeichnet werden dürfe, nicht statisch, sondern dynamisch – „als ob es gerade fliegen würde“. Bis die Airline 1981 zu ihrem 50. Geburtstag ihr Logo auffrischte, blieb Birchers Signet fast unverändert. Dann setzte der Basler Grafiker Karl Gerstner auf eine schräge zinnoberrote Fläche, was die meisten in der Schweiz ohnehin mit der Airline verbanden: ein Schweizerkreuz.

Noëmi Gradwohl erzählt in einem Beitrag für SRF Kultur die Geschichte des Designs der Airline anschaulich anhand von sechs Beispielen. So hat René Hubert, ein in Hollywood erfolgreicher Ostschweizer Kostümbildner, den Uniformen der Airline erstmals einen unverwechselbaren Look in Swissair-Blue verpasst. Hubert entwarf auch das Swissair-Interieur des Passagierflugzeugs DC-8, wobei er sich von „Schweizrot“, „Wolkenweiß“ und „Himmelblau“ leiten ließ. Teile der Kostüme, die ab 1978 getragen wurden, hat das Modelabel Akris aus St. Gallen realisiert. Die letzte Swissair-Uniform entwarf 1990 der deutsche Industriedesigner Luigi Colani.

Als weitere prägende Designelemente der Marke stellt die Autorin den in den 1970er-Jahren erfundenen, multifunktionalen und modular einsetzbaren Trolley, Geschirr aus Langenthaler Porzellan für die Business- und die First-Class, erstklassige, auf Stoffservietten gedruckte und stilvoll gestaltete Menus (vom Petit Déjeuner aus Fruchtsaft und Omelette mit Lammgeschnetzeltem bis zum edlen „Repas Jet“ mit Champagne Mumm Brut Cordon Rouge als Aperitif und einer „Plat de Viande Chaude“), und 1971 von Emil Schulthess und Hans Frei gestaltete Werbeplakate vor. Als Airline ist die Swissair seit 2001 Geschichte, ihr Design indes bleibt in vielem wegweisend. Design-Devotionalien sind entsprechend gefragt.


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Das Design, das die Swissair abheben liess von Noëmi Gradwohl auf www.srf.ch.

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