Vier-Mast-Seilzirkus und Hängebrücke, Siedlung Obstallee, Berlin Spandau, 1978, © Conrad Roland

The Playground Project. Ausstellung in Frankfurt am Main

Design für Kinder ist in den letzten Jahren oftmals zu einem Lifestyle-Thema verkommen. Plötzlich gab es Designklassiker für Erwachsene für Kinder in einer geschrumpften Variante, schließlich werden Produkte für den Nachwuchs ja von Eltern, Großeltern, Verwandten und Freunden gekauft. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es zwischen 1950 und 1980 eine engagierte Bewegung gegeben hat, die sich vor allem mit der kindgerechten Gestaltung von Spielplätzen beschäftigte. Im Zuge dessen wurde der Spielplatz zu einem kreativen Labor. In den Städten der Industrienationen entstanden viele innovative, verrückte und aufregende Projekte: Landschaftsarchitekten, Künstler, Aktivisten und Bürger wollten Kindern den besten Spielort zur Verfügung stellen und zugleich Gemeinschaft und Stadt neu denken. Die Plätze wurden mit pädagogisch wertvollen und neuartigen Geräten ausgestattet und Abenteuerspielplätze gebaut, auf denen Kinder sich austoben, ihre Kraft und Fantasie erproben konnten. Ausgehend von den Pionieren neuer Spielplatzkonzepte macht The Playground Project vom 9. November 2019 bis zum 21. Juni 2020 im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main den Reichtum dieser Zeit erlebbar – durch Bilder, Modelle, Pläne, Bücher und zahlreiche Filme, aber auch durch Spielskulpturen zum Kriechen, Rutschen und Verstecken. Das Projekt wurde von Gabriela Burkhalter für die Kunsthalle Zürich kuratiert und für das Deutsche Architekturmuseum aktualisiert und ergänzt. Ob Kinder, Eltern, Spielraumplaner, Pädagogen, Architekten, Landschaftsarchitekten oder Designer, alle können den Spielplatz von gestern entdecken, um sich jenen von morgen ausdenken zu können. Erwähnt sei noch, dass Herman Miller vor Kurzem in einem ausführlichen Beitrag an das Projekt Playscapes in Atlanta von Isamo Noguchi aus dem Jahr 1976 erinnert hat.

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