„Homemade adhesive, Gummy bear glue“, Foto: Marco Casino

Etwas verbinden, um es bei Bedarf vielleicht wieder trennen zu können: Wo es ums Konstruieren und Herstellen geht, existiert kaum ein größeres und vielfältigeres Terrain von derart eminenter Bedeutung. Ob improvisierte Bastelei oder hochentwickelte Ingenieurskunst, ständig muss etwas mit etwas anderem verbunden werden. Wer etwas entwickeln und konstruieren will, muss sich überlegen, wie zwei oder mehr Teile stabil und sicher miteinander verbunden werden können – ob in Design oder Architektur, Handwerk oder Planungsbüro. Manchmal scheitert ein Projekt auch daran, dass keine passende Verbindung gelingt. Dementsprechend existieren Verbindungen in allen erdenklichen Formen, Größen und Materialien. Das Spektrum reicht von standardisierten Verbindungsstücken bis zu von Grund auf neuen Methoden. Der immensen Vielfalt an Verbindungsmöglichkeiten widmet sich das auf mehrere Jahre angelegte Projekt U-Joints von Andrea Caputo und Anniina Koivu. Nach einem ersten Auftritt beim Salone del Mobile 2018 in Mailand und einer Schau an der ECAL in Lausanne 2019 ist die aktuelle Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur die dritte Präsentation von U-Joints.

In Winterthur werden die jüngsten Ergebnisse präsentiert: Adhesives and Fusions. Die nun ins Rampenlicht gerückten Verbindungstechniken des Klebens und des Verschmelzens werden zumeist möglichst unauffällig eingesetzt und deshalb oft für banal gehalten. Die Schau bietet umfassende Einblicke in die Leistungsfähigkeit von herkömmlichen und innovativen Klebstoffen und Haftmitteln, die im Produktdesign, in der Architektur, aber auch im Sport, der Lebensmittelbranche und der Medizin zum Einsatz kommen. Neben den „Adhesives“ beleuchtet „U-Joints oder Die Kunst des Verbindens, Part III“ vom 7. März 2021 bis zum 9. Januar 2022 (am 6. und 7. März von 10–17 Uhr anstelle einer Vernissage freier Eintritt für alle) auch den Bereich der „Fusions“. Dieser reicht vom traditionellen Schweißen bis zu Schmelzverbindungen und Techniken wie Plasmalöten, Stereolithografie oder 4D-Druck, die aktuell an Bedeutung gewinnen oder in die Zukunft weisen.

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