Die Berliner U-Bahn gibt es im Klein-und Großprofil. Das stellt besondere Herausforderungen an das Innendesign. Auch in den Kleinprofilzügen soll ein weiter Raumeindruck herrschen, der dem Großprofil nahekommt. © SDTB / Foto: Malte Scherf

In der neuen Ausstellung des Deutsche Technikmuseums liegen Vergangenheit und Zukunft eng beieinander: Die gemeinsam mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ausgerichtete Schau „Von A bis J – Berliner-U-Bahnen von 1902 bis 2072“ blickt einerseits auf historische Fahrzeuge zurück und andererseits voraus auf die neue U-Bahn-Baureihe J/JK. Der Titel der Ausstellung verdankt sich der Tatsache, dass die U-Bahn-Baureihen in Berlin mit fortlaufenden Buchstaben bezeichnet werden und man inzwischen bei „J“ angekommen ist. Die neuen Züge, die bis 2032 geliefert werden, sollen über 40 Jahre hinweg im Einsatz sein.

Die Züge von Morgen kann man schon jetzt anhand eines virtuell begehbaren 360-Grad-Modells der kommenden Baureihe JK erkunden – vom Fahrgastraum durch das Multifunktionsabteil bis in die Fahrerkabine. Ein echtes 1:1-Modell der kommenden Baureihe kann besichtigt werden, wenn das Technikmuseum ab 1. Juni wieder geöffnet ist. Das Mock-up ist dort bis Ende Mai 2022 zu sehen. Die ersten Fahrzeuge der neuen U-Bahnzüge werden voraussichtlich im vierten Quartal 2022 für Testfahrten zur Verfügung stehen. Für die BVG besteht die Möglichkeit, bis zu 1.500 Wagen der Baureihe J/JK bis 2032 von der Firma Stadler in Berlin-Pankow zu beschaffen. Zum Vergleich: Derzeit verfügt die BVG insgesamt über 1.300 U-Bahn-Wagen verschiedener Baureihen.

Die Berliner U-Bahn wurde 1902 als erste in Deutschland eröffnet. Sechs Jahre später entstand der Triebwagen Nr. 86 in der ersten Baureihe, die später mit „A1“ bezeichnet wurde. Der Wagen mit seinem blechbeplankten Holzaufbau war bis 1969 im Einsatz. Nach Zwischenstationen, unter anderem als Kantinen-Getränkelager der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde, wurde er 1975 in die Liste technischer Denkmäler der DDR aufgenommen. Ehrenamtliche der Arbeitsgemeinschaft U-Bahn haben in den 1980er-Jahren mit der Restaurierung begonnen, die 2017 abgeschlossen und mit dem Industriekulturpreis der Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte ausgezeichnet wurde. Ergänzt wird die Baureihe A von einem ebenfalls bereits historischen Doppeltriebwagen 2700/2701 der Baureihe F79 von 1980, einem West-Berliner Klassiker. Mit genau diesem Fahrzeug wurde am 1. Oktober 1980 die Linie U7 nach Spandau (bis Rohrdamm) eröffnet, deren Stationen inzwischen unter Denkmalschutz stehen.

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