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Der Type Directors Club (TDC) zählt zu den international wichtigsten Vereinigungen zur Förderung der Typografie. Hervorgegangen ist die traditionsreiche Institution 1946 aus einem informellen Treffen von New Yorker Agenturtypografen. Das deutsche Liaison Committee of the Type Directors Club of New York mit Sitz in Mainz existiert seit 1983; weitere Ableger bestehen in Frankreich, Japan, Großbritannien, Mexiko, Vietnam und der Schweiz. Der TDC organisiert Wettbewerbe, bringt ein Jahrbuch heraus und verleiht in unregelmäßigen Abständen die renommierte Type Directors Club Medal an Personen oder Institutionen, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung der Typografie geleistet haben. Nachdem Juan Villanueva, zwei Jahre lang Boardmember des TDC, am 23. Juni seine Mitgliedschaft aufgekündigt hatte, weil der Club seiner Meinung nach eine „rassistische Organisation“ sei, und sich der TDC zwei Tage später bei Villanueva entschuldigt hatte, gab der TDC am 30. Juni seine Auflösung bekannt. Grund dafür, heißt es in einer Mitteilung, seien keineswegs die Rassismus-Vorwürfe, sondern bereits länger bestehende finanzielle Schwierigkeiten, die – verstärkt durch die Sars-CoV-19-Pandemie – nun zur Insolvenz geführt hätten. Ob die von Villanueva erhobenen Vorwürfe berechtigt sind oder nicht, lässt sich von außen nicht beurteilen. In einem Statement äußert das Board die Hoffnung, der Club solle in einer neuen, „inklusiveren Form“ und unter neuer Leitung wiedergegründet werden, was der aktuelle Vorstand mit allem, was ihm zur Verfügung stehe, unterstützen werde.

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