Prototyp des UVC-LED-Strahlers, © FBH / P. Immerz

Keimfrei dank UVC-Licht. Neu entwickelter LED-Strahler soll Mikroorganismen abtöten

Laut Robert-Koch-Institut kommt es in Deutschland pro Jahr zu 400.000 bis 600.000 Infektionen mit Krankenhauskeimen, an denen etwa 10.000 bis 20.000 Menschen sterben. Da multiresistente Erreger (MRE) oft nicht mit Antibiotika behandelt werden können, sind Alternativen gefragt. Ein aussichtsreiches physikalisches Wirkprinzip ist die Bestrahlung mit UVC-Licht. Nun sollen Mikroorganismen mittels eines neu entwickelten UVC-LED-Strahlers abgetötet werden – ohne Nebenwirkungen und ohne dass sich Resistenzen entwickeln. Im Rahmen ihres Joint Lab GaN Optoelectronics haben das Ferdinand-Braun-Institut, das Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik und die Technische Universität Berlin LEDs im fernen ultravioletten Spektralbereich entwickelt. Diese emittieren bei Wellenlängen um 230 nm und liefern mehr als ein Milliwatt Ausgangsleistung. Ihr Licht dringt aufgrund der hohen Absorption nicht in die lebenden Schichten der Haut ein. Es wird daher erwartet, dass die Haut nicht oder so wenig geschädigt wird, dass die natürlichen Reparaturmechanismen die Einwirkung kompensieren. Damit, so die Hoffnung der Forscher, könnten MRE ohne nachhaltige Nebenwirkungen abgetötet werden. Ein Prototyp des Strahlers wurde zu ersten Tests an die Berliner Charité übergeben. Der UVC-Strahler soll später so weiterentwickelt werden, dass Erreger an schwer zugänglichen Stellen beseitigt werden können. Interessant könnte das Gerät auch für die Bekämpfung der aktuellen Pandemie sein, da Viren ebenfalls durch kurzwelliges UVC-Licht zerstört werden.

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