Auftragsvergaben der öffentlichen Hand sind ein komplexer Vorgang, zumal sichergestellt werden muss, dass keine Steuergelder verschwendet, Gelder korrekt und effizient verwendet, Korruption und Vetternwirtschaft systematisch unterbunden werden. Öffentliche Ausschreibungen sollen das wirtschaftlichste – und nicht etwa das billigste – Verfahren und Ergebnis sicherstellen. Trotzdem führen diese in der Designbranche immer wieder zu Irritationen, Frustrationen und Empörung. So werden regelmäßig unbezahlt Vorleistungen wie Entwürfe oder Konzepte verlangt, die auch nach geltendem Recht bei vielen Ausschreibungen nicht zwangsläufig notwendig sind. Auch wird die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Vergabearten in der Praxis häufig nur unzureichend ausgeschöpft.

Der Deutsche Designtag hat daher einen Praxis-Leitfaden zur Vergabe von öffentlichen Aufträgen in der Designbranche verfasst, der eindeutige und rechtssichere Wege auffächert, um Designleistungen fair auszuschreiben. Der Leitfaden soll Bund, Länder und Kommunen dabei unterstützen, verfügbare Ressourcen effizient einzusetzen. Die Entscheidung für die passende Vergabeart führe nicht nur zu besseren Ergebnissen, sie reduziere auch den Arbeitsaufwand auf Seiten der Auftraggeber sowie der Designerinnen und Designer. „Viele Entwürfe führen auf der Auftraggeberseite oft nur zu viel Unsicherheit“, haben die federführenden Autoren Thomas Bender und Christian Büning beobachtet: „Die Auswertung bindet ja nicht nur Ressourcen, sie verlangt auch Sachkenntnis und Steuerungskompetenz, die den Vergabestellen oft nicht zur Verfügung stehen.“

Die 36-seitige Broschüre, die sich in ihrem Schwerpunkt mit dem Bereich des Kommunikationsdesigns beschäftigt, kann als PDF kostenfrei in der Geschäftsstelle des Designtags unter info@designtag.org abgerufen werden. Sie ist die erste einer Reihe, die sich mit weiteren Designfeldern wie Produkt- und Fashiondesign beschäftigt und bei veränderter Rechtslage aktualisiert wird.

Print Friendly, PDF & Email