Digitale Jurysitzung des German Design Award 2021
Digitale Jurysitzung des German Design Award 2021. © Rat für Formgebung. Foto: Daniel Banner

Im Rahmen der ersten Stream-Conference „Pfade in die Zukunft“ des „Convention Wiesbaden Campus“ tauschten sich namhafte Expertinnen und Experten über Konzepte für Veranstaltungen nach Corona aus.

„Pfade in die Zukunft“: Veranstaltungen nach Corona
„Pfade in die Zukunft“ – Gipfeltreffen in Wiesbaden. Bildrechte: Peter Krausgrill.

Kommunikation kann Hoffnung und Zuversicht in Zeiten von Krisen und Katastrophen geben. Doch in der gegenwärtigen Zeit, wenn Veranstaltungshäuser, Kulturhallen, Konzertsäle, Messehallen, Kongresszentren, Museen und Theater als Orte des Austauschs geschlossen bleiben, können sie diese wichtige Rolle nicht wie bisher erfüllen.

Am 11. und 12. Februar 2021 lud die Streaming-Konferenz „Convention Wiesbaden Campus“ unter dem Motto „Pfade in die Zukunft“ über 35 namhafte Speaker dazu ein, die Zukunft der der Veranstaltungsbranche zu diskutieren. Darunter waren Journalist/innen, Unternehmer/innen und Branchenfachleute. Über 450 Interessierte nahmen virtuell an den beiden Veranstaltungstagen der Online-Veranstaltung teil.

Zu den geladenen Speakern aus Wirtschaft, Presse und Politik zählten Dr. Matthias Alexander (Redakteur FAZ), Christiane Appel (Chefredakteurin m+a report), Markus Beckedahl (Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org), Helmut M. Bien (Geschäftsführer Westermann Kommunikation, Kurator), Jürgen Boos (Direktor und Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse GmbH), Lutz Dietzold (Geschäftsführer Rat für Formgebung), Lidewij Edelkoort (Trendforscherin und Analystin), Robert Sarcevic (Director/Head of Fairs, Siemens‘ Global Business Services), Stephan Wilhelm (Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer Deutscher Kulturrat e.V.) und viele weitere.

Zur Übersicht aller Speaker.

Pfade in die Zukunft

In insgesamt elf Themen-Panels erörterten die Referentinnen und Referenten Strategien für die Zukunft der Branche und betrachteten die gegenwärtigen Herausforderungen und Lösungen. Die traditionelle Veranstaltungsbranche ist durch Corona in vielen Bereichen zum Stehen gekommen und Terminverschiebungen, Auflagen sowie digitale Alternativen lassen Preise verfallen und schwächen das bisherige Gefüge. Denn allen Beteiligten ist klar, dass es derzeit kein „Business as usual“ mehr gibt und neue Modelle hermüssen. Insbesondere die Zukunft von IAA und Buchmesse hängt von agiler Weiterentwicklung ab. Gerade jetzt ist daher ein stabiles Netzwerk zum Ideenaustausch besonders wichtig, um die Branche durch die Krise zu bringen.

Veranstaltungen nach Corona: Die Krise als Chance

Die unklaren Perspektiven stellen branchenweit eine große Herausforderung dar. Wo Messen und Kongresse verschoben oder abgesagt werden, ist Agilität gefordert. Es gilt, erfolgreich zu reagieren, etwa mit digitalen Veranstaltungen. Denn jetzt zählt es besonders, die Nähe zu den eigenen Kundinnen und Kunden zu erhalten und neue Beziehungen aufzubauen, da sich althergebrachte Marktanteile dynamisch verschieben. Flexibilität im Handeln und Denken und die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, etwa indem neue Disziplinen, Technologien und Methoden erschlossen werden, sind die Gebote der Stunde.

Die Jury des German Design Award 2021 tagte hybrid.
Es gilt, erfolgreich digitale Möglichkeiten zur Vernetzung zu nutzen. © Rat für Formgebung. Foto: Daniel Banner

In seinem Vortrag erläuterte Lutz Dietzold, Geschäftsführer des Rat für Formgebung, mögliche Krisenstrategien. Vorhandene Netzwerke lassen sich in eine digitale Umgebung führen, denn: „Wo Netzwerke bestehen, können sie auch digital angewendet werden,“ so Dietzold. Vor allem jüngere Zielgruppen können über digitale Formate gut erreicht werden. Dabei ist es wichtig, Content-orientiert zu kommunizieren: die Inhalte müssen im Mittelpunkt stehen. Den Teilnehmenden kann dabei zudem digitales Material zur Verfügung gestellt werden, um deren eigene Präsenz und Vernetzung zu unterstützen. Die Möglichkeiten reichen von kooperativer Social-Media-Arbeit, über nutzbaren Text- und Bild-Content bis zu Filmmaterial.

Die gegenwärtige Verlagerung hin zu Online-Veranstaltungen erleichtert wiederum die Teilnahme an internationalen Kongressen und Messen, die physisch schwer erreichbar wären. Das erlaubt eine größere Breite der eigenen Kommunikation und bietet neue Gelegenheiten, um sich mit internationalen Unternehmen und Persönlichkeiten zu vernetzen. Dabei gilt es gleichzeitig, Märkte zu differenzieren und flexibel zu reagieren, in welcher Region Veranstaltungen in welcher Form – rein digital oder hybrid – stattfinden können. Die Krise kann als Chance begriffen werden.

Es entscheidet das Miteinander

In Zukunft werden Veranstaltungen nach Corona multimedial stattfinden und es entscheidet nicht mehr allein die Zahl der Besucherinnen und Besucher, sondern die Begegnungen und Gelegenheiten zum Netzwerken, die ein Kongress ermöglichen wird, über den Erfolg eines Events.

Die digitalen Möglichkeiten zur Vernetzung sind kein dauerhafter Ersatz für den direkten Austausch, aber sie stellen eine valide Ergänzung dar. Der fehlende Kontakt auf Messen, ebenso wie die Zeiträume dazwischen, können aber erfolgreich und gewinnbringend crossmedial überbrückt werden, denn Messebesuche und die digitale Vernetzung werden in Zukunft zusammen eine neue Landschaft des Miteinanders schaffen.


Den Vortrag von Lutz Dietzold können Sie auf YouTube anschauen:

Videoaufnahme aller Panels finden Sie auf der Homepage der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH.


Mehr über „Pfade der Zukunft

Erfahren Sie mehr über die Konferenz „Pfade der Zukunft“.

"Convention Wiesbaden Campus" - Pfade in die Zukunft
„Convention Wiesbaden Campus“ – Pfade in die Zukunft. Foto: Wiesbaden Congress & Marketing

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