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Gebäude aus dem 3D-Drucker sind längst keine Zukunftsvision mehr. Derzeit entsteht in Beckum das erste zugelassene Wohnhaus, das in Deutschland mit 3D-Betondrucktechnik gebaut wird. Gedruckt wird das Haus von der PERI GmbH, einem Schalungsspezialist aus Bayern. Dabei wird der neuartige Drucker von lediglich zwei Personen bedient, die von Software unterstützt dafür sorgen, dass die Düsen den Beton in zwei Zentimeter dicken Schichten Bahn für Bahn exakt auftragen. Ein Quadratmeter Mauer ist so in nur fünf Minuten geschafft. Geplant hat das zweigeschossige Wohnhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche Waldemar Korte vom Beckumer Ingenieur- und Architekturbüro Mense + Korte. Den eigens dafür entwickelten Beton liefert Heidelberg Cement mit seiner Dependance im benachbarten Ennigerloh. Die Initiative für das innovative Bauprojekt geht auf den Beckumer Unternehmer Georgios Staikos zurück, der vor weniger als eineinhalb Jahren die Vision hatte, ein solches Haus drucken zu lassen.

„Das Betondruckverfahren bietet uns Planern ein hohes Maß an Designfreiheit“, meinte Korte. Er lobte die Teamleistung und hob hervor, dass das 3D-Haus als Niedrigenergiehaus einzustufen ist. Das Haus soll nach der Fertigstellung im März 2021 zunächst als Musterhaus zu besichtigen sein. Das Projekt wird vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, das auch die bauaufsichtliche Zustimmung im Einzelfall erteilt hat, mit 200.000 Euro aus dem Programm „Innovatives Bauen” gefördert. In Belgien und den USA stehen bereits Häuser, die mit dieser Technik gebaut wurden.

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