News – Archiv

19. Juli 2019
Der Käfer im Museum of Modern Art in New York beim Event Bye Bye Beetle, © Volkswagen AG
Der Käfer im Museum of Modern Art in New York beim Event Bye Bye Beetle, © Volkswagen AG 

Bye Bye Beetle. Finale Edition zum Produktionsende

Begonnen hat alles vor mehr als 80 Jahren: Am 22. Juni 1934 erhielt Ferdinand Porsche vom Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie den Entwicklungsauftrag für den Prototyp eines sparsamen und preisgünstigen Volkswagens, wie ihn Adolf Hitler im Jahr zuvor gefordert hatte. Ende 1938 wurden dann einige Vorserienwagen gefertigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion des Wagens wieder aufgenommen – und aus dem „KdF-Wagen“ wurde der „VW-Käfer“, das Symbol des deutschen Wirtschaftswunders und der Mobilität der Nachkriegszeit. Mit über 21 Millionen Exemplaren war der Käfer im 20. Jahrhundert das meistverkaufte Auto der Welt. 1998 folgte der „New Beetle“ im Retro-Design, dessen Nachfolgermodell, im Design stärker am alten Käfer orientiert, von 2011 an wieder unter dem Namen „Beetle“ auftrat. Jetzt endet die Produktion auch für diese letzte Version. Unter dem Motto Bye Bye Beetle und mit zwei limitierten Sondereditionen für die USA feierte das Unternehmen Volkswagen das Ende des Käferzeitalters und ließ bei einem Event im Museum of Modern Art in New York die Designikone VW Käfer noch einmal hochleben.


19. Juli 2019
Sharon Gauci, © Good Design Australia
Sharon Gauci, © Good Design Australia

Menschen im Design – Auszeichnung: Sharon Gauci erhält Women in Design Award

Im Zuge der anhaltenden Diskussionen um die Stellung von Frauen in gestalterischen Berufen, hat der Australian Good Design Award 2019 erstmals den „Women in Design Award“ ausgelobt, für den mehr als 60 Nominierungen eingegangen sind. Ausgezeichnet wurde die Australierin Sharon Gauci. Die Designerin wurde 2018 zum Executive Director of Industrial Design bei General Motors (GM) berufen und verantwortet bei einem der größten Automobilkonzerne der Welt das Design sämtlicher Marken, das mit einem Team von 180 Kreativen unter anderem in Nordamerika, Australien, Korea, Brasilien und China erarbeitet wird. Die Jury begründet ihre Wahl mit der gestalterischen Leistung Gaucis, vor allem aber mit dem Zeichen, das GM setzt, in einer männerdominierten Automobilindustrie eine solche Position einer Designerin zu übertragen.


16. Juli 2019
Klaus Jürgen Maack © ERCO

Menschen im Design – Nachruf:
Klaus Jürgen Maack gestorben

Als er 1963 mit 25 Jahren als Geschäftsführer in das Unternehmen ERCO eintrat – als Schwiegersohn von Arnold Reininghaus, der ERCO 1934 gegründet hatte –, war das keine ganz leichte Aufgabe. Doch Klaus Jürgen Maack reüssierte und entwickelte das Unternehmen zum Weltmarktführer, nicht zuletzt mit „Licht statt Leuchten“, der von ihm geprägten Ausrichtung und Haltung des Unternehmens. Bis heute ist es bei dem Leitspruch geblieben. Maack war es auch, der 1974 mit dem Grafikdesigner Otl Aicher Kontakt aufnahm und mit ihm gemeinsam eine unverwechselbare Corporate Identity für das Unternehmen entwickelte. Konsequent förderte er die zeitgemäße Gestaltung von ERCO-Produkten, ob sie in der eigenen Designabteilung oder in Zusammenarbeit mit international renommierten Designern und Architekten entstand. Gleiches gilt auch für die Architektur des Unternehmens, die unter Maack zeitgemäß von internationalen Architekten realisiert wurde. Klaus Jürgen Maack war als Juror, Autor und Redner bei Veranstaltungen zu unternehmerischen oder gestalterischen Themen gern gesehen. Er gehörte in Deutschland zu jenen Unternehmern, die sich verantwortungsvoll und mit einer ganzheitlich geprägten Haltung für die Entwicklung ihres Unternehmens eingesetzt und Gestaltung zur Chefsache gemacht haben. Maack wurde für seine Leistungen vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1993 mit dem „Bundespreis Förderer des Design“. 2003 zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück. Am 30. Juni 2019 ist Klaus Jürgen Maack im Alter von 81 Jahren in Lüdenscheid gestorben.


12. Juli 2019
Visual © Pia Scharler

Human by Machine. Ausstellung in Wien

Wie kann die digitale Revolution bestmöglich genutzt werden? Wie können Fehlentwicklungen vermieden werden? Was bedeutet die digitale Revolution für die Design-Fachbereiche? Welche Theorien stehen dahinter, welche Methoden gibt es bereits? Im Rahmen der „Vienna Biennale for Change 2019“ präsentiert die Ausstellung Human by Machine im MAK Forum in Wien noch bis zum 28. Juli 2019 unterschiedliche Designprojekte von Studierenden und Absolventen der Universität für angewandte Kunst Wien, die im Austausch mit der Academy of Fine Arts and Design in Bratislava entstanden sind. Dazu wurden in interdisziplinären Teams Interpretationen, Interventionen und Objekte zu zahlreichen Themenbereichen entwickelt, etwa zum Designbegriff, zur Rolle und Verantwortung von Designern und Designerinnen im 21. Jahrhundert, zu Copyright versus Open Design, zur Nutzung neuer Materialien und Technologien, zur Ressourcenschonung und zu Gestaltungsstrategien an der Schnittstelle Mensch/Maschine.


12. Juli 2019
Junkers F 13 © Gregor Kaluza

Junkers F 13 Relaunch

Die Junkers F 13, das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt, feiert 2019 nicht nur seinen 100. Geburtstag, es wurde auch neu aufgelegt. Gestartet hat der Unternehmer und Pilot Dieter Morszeck sein Projekt zur Neuauflage der Junkers F 13 im Jahr 2013. 2018 gründete er die Junkers Flugzeugwerke AG in Dübendorf bei Zürich. Da Originalzeichnungen und -baupläne nicht mehr für alle Teile der Junkers F 13 vorhanden waren, wurde mit Hilfe von Lasertechnik eines der wenigen noch erhaltenen Originale exakt vermessen. Auch mussten vergessene Bauweisen und die Handhabung des Aluminium-Wellblechs wieder erlernt werden. Der erste, in Handarbeit gefertigte Prototyp der „neuen“ Junkers F 13 startete am 15. September 2016 in Dübendorf zu seinem Erstflug. Die Musterzulassung wurde 2018 erteilt. Eine zweite und eine dritte Maschine sind aktuell im Bau. Eine Jubiläumstournee führte die neu gebaute F13 unter anderem nach Dessau, wo 1895 die Geschichte der Junkers Flugzeugwerke begann. Hugo Junkers (1859 bis 1935) war Hochschullehrer, Forscher, Ingenieur und Unternehmer. Grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeit machte es ihm und seinem Chefkonstrukteur Otto Reuter möglich, die Junkers F 13 als erstes Passagier- und Frachtflugzeug zur rein zivilen Nutzung zu konstruieren. Sie bot eine geschlossene und beheizte Reisekabine für vier Passagiere und ein offenes Zweimann-Cockpit. Am 25. Juni 1919 hatte sie in Dessau ihren Erstflug. Bereits am 13. September stellte sie mit einer Flughöhe von mehr als 6.750 Meter einen Höhenweltrekord auf. Bis zu Beginn der 1930er-Jahre wurde die F 13 etwa 360 Mal in unterschiedlichen Varianten gebaut. Wesentliche Konstruktionsmerkmale der Junkers F 13 haben bis heute im Verkehrsflugzeugbau Bestand: In ihrer Ganzmetallbauweise galt sie als Revolution, wurden Flugzeuge seinerzeit doch überwiegend noch aus Holz gebaut und mit Leinwand bespannt. Das neu entwickelte Duraluminium gab der Maschine Festigkeit und machte sie wetterbeständig, was Einsätze in subtropischen Gebieten ermöglichte. Als Antrieb dienten verschiedene wassergekühlte Reihenzylinder, später auch luftgekühlte Sternmotoren.


11. Juli 2019
Die neue Hochparterre-Geschäftsleitung: Agnes Schmid, Lilia Glanzmann und Werner Huber (in der Galerie von Mark Müller vor Reto Bollers Werk „B-18.1“) © Paolo Dutto

Menschen im Design – Personalie: Hochparterre mit neuer Geschäftsführung

Hochparterre war schon immer ein besonderes Unternehmen: Alle verdienen denselben Lohn, alle beziehen Bildungsurlaub, und alle Aktien gehören den Mitarbeitenden. Eine Frage aber blieb offen: Was, wenn Köbi Gantenbein – Mitgründer, Chefredakteur, Verleger und Mehrheitsaktionär – einmal zurücktritt ? Inzwischen haben die Hochparterris die Frage in einem langen Prozess geklärt und das Unternehmen mit „ HP 4.0 “ neu erfunden – alle, aber ohne den Chef. Denn nun ist Köbi Gantenbein als Chefredaktor tatsächlich zurückgetreten. Seit Mitte Juni leitet ein Dreierteam aus Lilia Glanzmann, Werner Huber und Agnes Schmid die Geschäfte. Wozu Köbi Gantenbein ins Abendrot hinein verlauten ließ: „Ich werde Schreiber bleiben für Landschaft, Alpen und was mir sonst zufällt. Ich werde allerhand Geschäfte einfädeln. Ich behalte vorläufig die Mehrheit der Aktien, und ich bin als Präsident des Verwaltungsrats der Verleger von Hochparterre – solange ich gesund bleibe, die Hochparterris mich tragen und ich die Fantasie und die Lust nicht verliere. Ich habe mehr Zeit zum Lesen, für die Berge und fürs Klarinettenspielen. “ 


1. Juli 2019
© Berlin Open Lab

Berlin Open Lab eröffnet

An der Universität der Künste Berlin wurde Ende Mai in Kooperation mit der TU Berlin ein neuer Ort für interdisziplinäre projektbezogene Forschung eingeweiht. Ab sofort stehen mit dem Berlin Open Lab Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen Akteurinnen und Akteure aus Kunst, Gestaltung, Wissenschaft und Gesellschaft vor Ort, aber auch virtuell vernetzt zusammenarbeiten können. Mit einem Labor für „Computational Fabrication“ und „Wearable Computing“ einerseits sowie einem Studio für Augmented und Virtual Reality andererseits sollen Türen für die Forschung der Zukunft aufgestoßen werden. Gemeinsam mit dem Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft und dem Einstein Center Digital Future (ECDF) sollen von bis zu 30 Forscherinnen und Forschern Lösungen für die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft und deren Gestaltung entwickelt werden. Überdies bietet das Berlin Open Lab gezielt Kurzzeit-Kurse zu aktuellen Themen wie „Wearables and Machine Learning“ oder „AI Systems Qu(e)ry“ an, zu denen Gäste willkommen sind.


1. Juli 2019
Jony Ive und Tim Cook im September 2018 beim Launch des iPhone XR, © Apple

Menschen im Design – Personalie: 
Jonathan Ive verlässt Apple

Nachdem in den letzten Monaten immer wieder gemeldet wurde, dass verschiedene langjährige Mitarbeiter die Designabteilung Apple verlassen, kam jetzt der Paukenschlag: Auch Jonathan Ive, die Gallionsfigur des Apple-Designs seit 1992, wird das Unternehmen noch in diesem Jahr verlassen, um sein eigenes Designbüro zu gründen. Es soll ersten Berichten zufolge Lovefrom heißen und künftig auch für Apple tätig sein. „Jony ist eine einzigartige Persönlichkeit in der Design-Welt und seine Rolle bei Apples Revival kann nicht stark genug betont werden“, erklärte Konzernchef Tim Cook. Jonathan Ive stieß 1992 zunächst als designtechnischer Berater zum damals kriselnden Computerkonzern. Nach der Rückkehr von Steve Jobs stieg er zum Chefdesigner auf. Ob mit dem wegweisenden iMac von 1998 oder der Gestaltung von iPod und iPhone – Ive hat das Apple-Design der letzten Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Die von ihm gestalteten Produkte ebneten Apple den Weg zum Erfolg und machten die Firma zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Ive selbst sagte laut Apple: „Nach fast 30 Jahren und zahllosen Projekten bin ich am stolzesten, dass wir bei Apple ein Design-Team, Prozesse und eine Kultur geschaffen haben, die ihresgleichen sucht.“ Künftig sollen seine Kollegen Evans Hankey und Alan Dye für das Design-Team an Vorstand Jeff Williams berichten. Beide, so der Konzern, hätten schon seit vielen Jahren Führungsrollen inne.


1. Juli 2019
VDL Pavillon von Dion & Richard Neutra, © Kettal

VDL Penthouse von Dion & Richard Neutra wieder aufgelegt

Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der klassischen Moderne: der Architekt Richard Neutra (1892 bis 1970). In Wien geboren und aufgewachsen, hat er dort auch sein Architekturstudium – unter anderem bei Adolf Loos – absolviert, bevor er 1923 in die USA übersiedelte. Sowohl in Europa – Anfang der zwanziger Jahre arbeitete er bei Erich Mendelsohn in Berlin – als auch in den USA – wo er für kurze Zeit im Büro von Frank Lloyd Wright beschäftigt war –, kam er in Kontakt mit den großen Baumeistern seiner Zeit. 1958 kehrte Neutra nach Europa zurück, zunächst, um an einem oberhalb des Lago Maggiore gelegenen Ferienhaus in Ascona zu arbeiten. Neutra hat in den USA und Europa vorwiegend Villen und Privathäuser gebaut und auch Möbel entworfen. Viele seiner Gebäude sind bis heute erhalten und seine Möbel wurden in den letzten Jahren wieder aufgelegt. Neutras Architektur ist geprägt von offenen, großzügigen Räumen, die sich zur Natur hin öffnen. Das gilt auch für das VDL Research House II, das er gemeinsam mit seinem Sohn Dion 1963 entwickelt hat. Das spanische Unternehmen Kettal hat den Entwurf jetzt wieder aufgelegt und zeigt ausführlich die Entstehungsgeschichte des gläsernen Pavillons bis hin zur Neuauflage, die in enger Zusammenarbeit mit Dion Neutra erfolgt ist.


1. Juli 2019
Das Design Products Studio des Royal College of Art in London, © Royal College of Art

Ranking. Die besten Art & Design-Hochschulen

So mancher seufzt: Immer wieder diese Rankings, und immer wieder die Frage nach der Methode solcher Vergleiche und ihrer Aussagekraft. Dennoch interessieren sie uns, wollen wir wissen, wer wo wie gelistet ist. Wie in jedem Jahr hat das auf Rankings im Ausbildungssektor spezialisierte britische Unternehmen QS Quacquarelli Symonds gerade sein QS World University Ranking Art & Design veröffentlicht. Auch 2019 stehen mit dem Royal College of Art und der University of the Arts London zwei britische Hochschulen an den obersten Positionen – gefolgt von den US-amerikanischen Hochschulen Parsons School of Design, Rhode Island School of Design und dem MIT Massachusetts Institute of Technology. An sechster Stelle rangiert das Politecnico in Mailand. Deutsche Hochschulen finden sich erst ab Platz 49 mit der Universität der Künste Berlin (Platz 49), der Technischen Universität Berlin (Feld 51-100) und der Bauhaus Universität Weimar (Feld 101-150). Die Methode, nach der die Daten erhoben werden, kann übrigens nachgelesen werden, auch wenn die Frage bestehen bleibt, ob es ausreicht, Design-Hochschulen und deren Qualität auf diese Weise zu bewerten.


1. Juli 2019
Still aus dem Interview mit Paula Scheer, © On Creativity

On Creativity. Eine Serie filmischer Interviews

Wenn es um Kreativität geht, haben Gestalter ihre ganz eigenen Erfahrungen und Ansichten, wo und wie sie selbst kreativ werden und was das für die eigene Arbeit bedeutet. Und natürlich sind Kreative neugierig und wollen zu gern wissen, auf welche Weise es andere schaffen, kreativ zu werden. Die US-amerikanische Online-Plattform OnCreativity bietet eine fortlaufende Serie kurzer filmischer Interviews mit Designern, Künstlern, Autoren, Musikern und Lehrenden über Einfälle und Zufälle, bewusste und unbewusste Anteile am kreativen Prozess, über Selbstzweifel und Strategien, sie zu überwinden. Manche finden ihre Ideen auf der Straße, andere beim Spazierengehen oder Schlafen. Mit dabei sind unter anderem Paula Scheer, Steven Heller und Milton Glaser.


1. Juli 2019
Hans Zimmer (links) und Renzo Vitale beim Komponieren in Zimmers Tonstudio in London, © BMW Group

Sound of Silence. Hans Zimmer und BMW Group arbeiten am Sound Design für Elektromobilität

Ein Vorteil der Elektromobilität liegt in der Stille des elektrischen Antriebs. Allein, der Fahrer vermisst den Klang des Verbrennungsmotors. Hans Zimmer hat unzählige Soundtracks für Hollywood komponiert und eine Vielzahl von Auszeichnungen gewonnen: 1995 wurde er für die Filmmusik zu „Der König der Löwen“ mit einem Oscar ausgezeichnet, 2010 bekam er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Jetzt hat der Komponist, der nach eigenen Angaben als Kind »am Klang unseres BMW« erkennen konnte, wenn seine Mutter nach Hause kam, zusammen mit Renzo Vitale, Akustikingenieur und Sound Designer bei der BMW Group, den E-Sound für den BMW Vision M NEXT komponiert. In Zimmers Studios in London und Los Angeles entstand ein Sound, der, so Vitale, „die Schönheit und Komplexität unserer Fahrzeuge feiern und Menschen bewegen“ soll. Der Sound des Vision M NEXT gibt einen Ausblick darauf, dass unter dem Markennamen „BMW IconicSounds Electric“ ein zukunftsweisendes Sound-Angebot für elektrifizierte Fahrzeuge entstehen soll. Inspiriert wurde der Sound für den BMW Vision M NEXT von Lichtinstallationen von James Turrell und Ólafur Elíasson. „Wenn der Fahrer“, so Hans Zimmer, „mit dem Pedal interagiert, ist es nicht nur ein mechanischer Berührungspunkt, sondern ein performatives Element. Der Beschleunigungsvorgang wird für den Fahrer zu einem Erlebnis, in dem er sich durch eine Reihe von sich allmählich wandelnden Klangtexturen bewegt.“


1. Juli 2019
Nitzan Cohen, © Universität Bozen

Menschen im Design – Personalie: 
Nitzan Cohen Dekan in Bozen

Nitzan Cohen wuchs in Israel auf und absolvierte sein Studium an der niederländischen Design Academy in Eindhoven. Danach war er unter anderem für Siemens und Konstantin Grcic tätig, bevor er 2007 sein eigenes Designstudio in München gründete. Neben Aufträgen für designorientierte internationale Unternehmen hat sich Cohen schon früh in der Lehre engagiert. Nach einem Lehrauftrag an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart, einer Professur in Saarbrücken und einer Gastprofessur an der Haute école d‘art et de design (HEAD) in Genf, übernahm er 2015 eine Professur für Produktdesign an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen. Als Nachfolger von Stephan Schmidt-Wulffen wurde Nitzan Cohen jetzt zum neuen Dekan der Fakultät gewählt. „Sowohl Design als auch Kunst spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung und Führung unserer Gesellschaft in Richtung einer nachhaltigeren und gerechteren Zukunft. Die Fähigkeiten von Design und Kunst zu nutzen, um Innovation und interdisziplinäre Kooperationen zu ermöglichen, ist daher ausschlaggebend für diesen Prozess“, sagte Cohen nach seiner Wahl.


1. Juli 2019
John Maeda, © Publicis Sapient

Menschen im Design – Personalie: 
John Maeda zu Publicis Sapient

In der Szene digitaler Gestalter gilt er seit langem als einer der kreativsten und innovativsten Denker: John Maeda. Bereits während seiner Zeit am MIT Media Laboratory setzten seine Arbeiten und seine vielbeachtete Publikation „Laws of Simplicity“ neue Maßstäbe für Designer. Nach seiner Zeit als Präsident der renommierten Rhode Island School of Design verabschiedete sich Maeda in die Wirtschaft. Zunächst wurde er Designpartner bei Kleiner + Perkins, später agierte er als Global Head of Computational Design + Inclusion bei Automattic. Er wirkte als Berater und Aufsichtsrat bei Ebay, Sonos, am Smithsonian Design Museum und bei der Agentur Wieden + Kennedy. Seine Vorträge und frei verfügbaren Studien werden viel diskutiert und finden in der Designwelt stets große Beachtung. Jetzt wird John Maeda Chief Experience Officerbei Publicis Sapient, einer zur Publicis Gruppe gehörenden Agentur, die sich auf digitale Business Transformationen spezialisiert hat. Er soll das Geschäft durch seine Expertise in Design und Technologie nachhaltig unterstützen.


1. Juli 2019
Rudolf Horn in seinem Arbeitszimmer vor Möbelentwürfen der 1960er- und 1970er-Jahre, © picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt

Menschen im Design:
Rudolf Horn zum 90. Geburtstag

Er hat eine Lehre als Tischler absolviert, wurde Innenarchitekt, studierte Holztechnologie in Dresden und machte ein Diplom an der Burg Giebichenstein in Halle, wo er später Direktor des Instituts für Möbel- und Ausbaugestaltung wurde und von 1966 bis 1997 lehrte. Die Stationen des beruflichen Werdegangs von Rudolf Horn sind rasch aufgezählt; sein Einfluss und sein Wirken im Bereich Möbeldesign und Innenarchitektur in der ehemaligen DDR indes ist nicht hoch genug einzuschätzen. Das politische System zwang ihn dazu, zwischen Mangelwirtschaft und eigenem Gestaltungsanspruch gute, anspruchsvolle und nutzbare Produkte zu entwickeln. Mit dem Möbelprogramm Deutsche Werkstätten (MDW) gelang ihm ein Möbelsystem zum selbst Zusammenbauen, das zwischen 1966 und 1990 in großen Stückzahlen und in zahlreichen Varianten hergestellt und in der DDR zum Klassiker wurde. Die Zahl seiner Entwürfe und Projekte sind schier endlos, viele Designergenerationen haben von seinem Wissen profitiert. Im August wird das Kunstgewerbemuseum Schloss Pillnitz Rudolf Horn eine Sonderausstellung widmen. Da das MDW-System wie selbstverständlich zum Erbe der DDR und des DDR-Designs gehört, haben die Ausstellungsmacher einen Aufruf gestartet, mit dem sie nach persönlichen Geschichten zum Leben mit dem MDW-System suchen. Am 24. Juni 2019 feierte Rudolf Horn seinen 90. Geburtstag – wir gratulieren herzlich.


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